Was ist Alpinklettern?


Publiziert von mali, 15. Juli 2008 um 12:39. Diese Seite wurde 1252 mal angezeigt.

Ich habe den Text zur Community-Beschreibung jetzt fertig gestellt. Allerdings hab ich zum Thema "Was ist eine Alpinkletterroute" mehr Fragen als Antworten aufgeworfen. Vielleicht mag sich ja jemand an der Diskussion beteiligen ...



Kommentare (5)


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hawkeye hat gesagt:
Gesendet am 16. Juli 2008 um 21:04
Na wie fang ich an???

Bei mir fing das ja alles anders an.
Ich wurde ja von klein auf "in die Berge geschleppt" und sah mich daher als Bergsteiger, vor ich mit Klettern anfing.

Sportklettern gab damals auch schon ;-)
Es war die Anfangszeit der Bewegung und wir standen in den Klettergärten fassungslos vor den roten Punkten, die da ein gewisser Herr Albert da an die Felsen gesprüht hatte.
Nicht wegen des Farbflecks, sondern ob der Frage wie man DAS frei klettern kann.( Das wussten auch unsere FÜLs nicht zu beantworten)

Sportklettern in dem Sinne war nie das meine; wir gingen nach der Skitourenzeit halt in die Klettergärten.
Das einzige, was für mich da sportklettermässig war, waren die Sonnenplatten am Gardasee.

Alpinklettern fand bzw. findet eben im Gebirge statt.

Gut, inzwischen gibt es auch alpine Sportklettereien, die sich aber von "richtigen" Alpinrouten unterscheiden.
Da hat man z.B. einen eher kurzen, einfachen Zustieg und eine vorher als frei nicht machbar eingestufte Route.
Der Rückweg erfolgt durch Abseilen üer die Route.

Richtige Alpinrouten haben (oft) einen langen Zu- und dann Abstieg, auch in anspruchsvollem Gelände, erfordern Routenfindung ohne alle 10 m aufs Topo zu schauen.

Weil auch die Absicherung alpiner Routen immer besser wird, sehe ich eher einen teils beachtlichen Unterschied zwischen dem, was als Plaisirroute bezeichnet wird und eher abenteuerlichen Routen, die teils sehr selten gemacht werden, nicht mit Bohrhaken ausgestattet sind.
Eine klassische Alpinroute, die sehr beliebt ist und weil es heute eben sicherheitsmässig State of the art ist, zumindest teils eingebohrt wurde, wird deswegen keine Sportkletterei. Auch wenn sie je nach persönlicher Definition schwer ist.
( Ja, ich kenne einige, die inzwischen eingebohrt sind und die - als ich sie in jungen Jahren Alter ging - nur geschlagene Haken hatten.)
Und nicht dass ich was gegen gebohrte Stände habe.
Es gibt genug schauderhafte Fälle von Seilschaftsabstürzen, weil der Stand mit Normalhaken nicht hielt.

Die Frage ist in dem Fall auch, wo man die m.E. fliessende Grenze zwischen Plaisir und Abenteuer ziehen mag oder kann.


mali hat gesagt: RE:
Gesendet am 17. Juli 2008 um 00:18
"Die Frage ist in dem Fall auch, wo man die m.E. fliessende Grenze zwischen Plaisir und Abenteuer ziehen mag oder kann."

Das "Abenteuer" ist auch ein guter Ansatzpunkt. Das fehlt, wenn man alle zwei Meter nen Bohrhaken hat. Find ich zumindest.

Alpin_Rise hat gesagt: Alpin?
Gesendet am 17. Juli 2008 um 11:50
Salut Mali,

Die Diskussion um "alpines" Klettern wurde schon an verschiedenen Orten geführt. Eins vorneweg: eine klare Abgrenzung oder Defintion der Begriffe gibts nicht.

Für mich hat "alpines Klettern" vor allem mit dem Ambiente (der "Ernsthaftigkeit") zu tun und weniger mit den konkreten Hakenabständen, der Sicherungsart oder ob die Route bis auf einen Gipfel führt. Die Nordkante am Badile wird für mich immer eine alpine Kletterroute bleiben, auch wenn dort alle 5m ein BH stecken sollte (hoffentlich passiert das nie, die Kante ist jetzt schon gut genug eingerichtet). Hingegen bezeichne ich auch eine Route mit 15m Abständen in Ponte Brolla oder am Gardasee nicht als "alpin". Obwohl diese Art der Absicherung oft als "alpin" bezeichnet wird.
Die Faktoren, die ein Ambiente als alpin machen sind u.a.: Zustieg und Abstieg (Gletscher? Schrofen? Abseilen?), Meereshöhe, Steilheit des Geländes, Rückzugsmöglichkeiten etc.

Als Zwischending sehe ich "alpines Sportklettern" wo zwar die Umgebung alpin ist, die Route jedoch gut abgesichert ist und im Normalfall zum Einstieg zurückgeseilt werden kann. (Bsp: Hanibalturm am Furka, Schafbergwand, Wendenstöcke, einige Routen am Bockmattli)
Den Begriff "Sportklettern" verwende ich auch eher ab den mittleren Graden (ab dem 5. Grad aufwärts bzw. dort wo man mit schweren Bergschuhen kaum klarkommt).

Schlussendlich soll die Community nicht an diesen Fragen scheitern, sollen doch möglichst viele gute Klettertouren in den Ostalpen hier versammelt werden!

Liebe Grüss
Alpin_Rise

mali hat gesagt: RE:Alpin?
Gesendet am 17. Juli 2008 um 18:27
Hi Alpin_Rise,

keine Sorge, die Community wird nicht dran scheitern :-). Und jeder soll einfach alles eintragen, was er für Alpinklettern hält.

Ich hab diese Problematik auch gleich über mehrere Foren gestreut. Zum Ergebnis sind wir auch nirgends gekommen, aber hier
macht das Diskutieren gerade richtig Spass.

Liebe Grüße

Alex

alpensucht hat gesagt: Ich möchte eines hoffentlich nicht allzu fernen Tages...
Gesendet am 11. Juni 2012 um 01:38
...unbedingt Alpineklettern praktizieren. Letztens im südlichen Wetterstein, sind wir nicht zur östlichen Wangscharte aufgebrochen, weil die Bedingungen einfach noch nicht in Ordnung waren (Neuschnee, Lawinen).

Andererseit muss ich vorher noch etwas sicherer sichern und vorsteigen lernen. Das lässt sich für Berliner im Elbsandstein am ehesten machen. Dort sind ja die Ringabstände (wenn es denn so etwas in der Route gibt), auch abenteuerlich weit, zumindest in den unteren und mittleren Graden (bis sächsisch III meist keine und s. IV-VI wenige).

Kann mir jemand von euch einige schöne Routen für Einsteiger im Wetterstein, Karwendel oder in den Berchtesgadenern nennen, wo das Absichern mit Friends nicht notwendig ist und wo es erstmal nicht mehr als 200Hm sind? Bis max. UIAA V. Am besten Klassiker :D


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