Gigantisches Kraftwerk-Projekt beim Triftgletscher


Publiziert von jfk, 28. Juni 2013 um 14:30. Diese Seite wurde 1019 mal angezeigt.


 
10vor10 berichtete gestern über ein neues Kraftwerk-Projekt im bisher noch relativ unberührten Triftgebiet. Der Beitrag kann hier nachgeschaut werden.

Bin gespannt, was andere Hikr dazu denken.



Kommentare (13)


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Mel hat gesagt:
Gesendet am 28. Juni 2013 um 19:01
mit den erneuerbaren energien ists halt wirklich eine krux. jeder will den atomausstieg, aber keiner eine windmühle oder eine staumauer auf seinem "lieblingsberg"...

ich persönlich mag das trift/grimselgebiet sehr (welches ich im übrigen nicht wirklich als "unberührt" bezeichnen würde, da es sowohl touristisch sowie auch zur energiegewinnung bereits ziemlich genutzt wird), aber aus energiepolitischer sicht würde das projekt dort halt schon sinn machen. aber "schön" sind solche bauten nirgends, das ist schon klar...

Alpin_Rise hat gesagt: RE:
Gesendet am 1. Juli 2013 um 14:21
... und keiner möchte weniger Strom verbrauchen oder seinen Lebens"standard" überdenken.

Keine Energiegewinnung ist ohne Auswirkungen auf die Umwelt. Viele betrachten die Wasserkraft als 100% unproblematisch. Für die Fische und Wasserlebewesen, sofern es in den (teils) trockenen Bächen noch welche gibt, sieht es anders aus!

Die "Energiewende" darf kein Freipass sein, die letzten freifliessenden Bäche zu schänden. Wie es aussieht, ist der uneingeschränkte, spottbillige Stromkonsum den meisten Menschen in diesem Land wichtiger. Umso mehr, als dass viele gar nicht mehr wissen oder spüren (wollen), was eine (halbwegs) natürliche Landschaft ist und wo ihr Wert liegt. Traurig.

G, Rise

ps: ich mag das Grimselgebiet auch sehr, jedoch hat die technische Erschliessung ihre Grenzen. Und Gebiete, in denen die Wasserkraft ausgebaut wird, sind oft beinahe ein Jahrzehnt ungeniessbar, siehe z.B. Muttseegebiet.

jfk hat gesagt: RE:
Gesendet am 1. Juli 2013 um 20:32
Bin grösstenteils ganz deiner Meinung und werde daher in der nächsten Zeit wieder einmal den Arvenwald am Grimselsee besuchen.

Allerdings empfinde ich das Projekt im Triftgebiet insgesamt als positiv, wäre doch dort der Einfluss auf die Umwelt im vergleich zu anderen Projekten relativ gering und ein Stausee ist für mich definitiv die bessere Alternative als ein neues AKW oder Kohle- und Gaskraftwerke.

Am besten wäre es natürlich, wenn wir als Gesellschaft endlich einsehen würden, dass Energiesparen sowohl ökologisch als auch ökonomisch die günstigste Variante wäre aber auch so wird es in Zukunft neue Energiequellen brauchen.

Mistermai hat gesagt: RE:
Gesendet am 1. Juli 2013 um 21:21
Wenn ich an dieser Stelle eine provokative Frage in den Raum werfen darf: Wer von euch spart aktiv (und im grossen, notwendigen Stil) Strom???

In der Theorie klingt alles gut und recht: Stromsparen=Kraftwerke sparen = Natur schützen.
Allerdings spart kaum jemand wirklich aktiv Strom (ich zähle mich da voll ein) und alle warten, bis es alle anderen tun werden und heizen beispielsweise weiterhin ihr Wasser mit Strom.
Ich glaube, solange Strom nicht markant teurer wird oder es Gesetze gibt (Energiebilanz von Häusern) die Portmonee-Wirksam sind, ändert sich an dieser Mentalität rein gar nichts...
Folglich müssen wir auch die Konsequenzen tragen in Form eines solchen Kraftwerks (oder kaufen Atomstrom in Frankreich ein ;-) )

Alpin_Rise hat gesagt: RE:
Gesendet am 3. Juli 2013 um 17:59
Nur was knapp ist, wird gespart. Und Elektrizität ist nach wir vor nicht knapp, das sieht man am lächerlich niedrigen Preis und der dauernden Verfügbarkeit. Meistens wissen die Leute nicht mal die Höhe ihrer Stromrechnung, im Haushaltsbudget ist das schlicht irrelevant.
Ich musste auch kurz meine Stromrechung studieren: Meine Krankenkasse mit der höchsten Franchise ist pro MONAT mehr als doppelt so teuer wie meine Stromrechnung pro JAHR! Warmwasser wird mit Gas geheizt, aber auch dort beträgt die Jahresrechnung (inkl. Raumheizung!) pro Person nur gerade 500 Franken...

Daher geb ich dir recht: Sobald die Energieträger einen fairen Preis - Grössenordnung Verzehnfachung - hätten, würde der Verbrauch drastisch sinken. Und die ganzen Ausbaupläne der Kraftwerksbetreiber wären Makulatur.
"Aktiv" Strom sparen wird überschätzt. Entscheidend sind die Lebensgewohnheiten bzw. der vielzitierte "Lebensstandard". Sprich: wer einen grossen Fernseher, einen PC, einen Tumbler, eine Abwaschmaschine und eine Tiefkühltruhe betreibt, kann noch so lange alle Energiesparlampen hinter sich löschen, am Verbrauch ändert das etwas im Promillebereich.

Die Stromunternehmungen haben kein Interesse am Stromsparen, sie sind lediglich Marktteilnehmer und möchten möglichst viel Strom zu einem guten, aber nicht zu hohen Preis verkaufen, damit die Nachfrage nicht gedämpft wird.
Würden alle Schäden der Wasserkraft abgegolten bzw. abgedämpft (hohe Restwassermengen, niedriger Schwall/Sunk, etc.) wäre Strom sehr viel teurer. Das selbe gilt für andere Arten der Energiegewinnung. Leidtragend unter den niedrigen Energiepreisen sind Natur und Landschaft, schlussendlich wir selbst.
Einer Mehrheit in unserem Land scheint das aber so lang wie breit zu sein.

G, Rise




silberhorn Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 2. Juli 2013 um 22:44
Wenn Bäche nicht zur Energiegewinnung zerstört werden, dann als Bauschuttdeponie.

Am Rand von St. Gallen im geschützten Steinbachtobel durch das ein Bergbach mit natürlicher Wasserschwankung fliesst ist eine Bauschuttdeponie geplant!

Beitrag bei SFR:
www.srf.ch/player/tv. Klick Sendungen A - Z, Schweiz aktuell.

Laut Medien soll sich das zur Zeit grösste im Bau befindende Wasserkraftwerk der Schweiz dereinst unrentabel sein.

Schneeluchs hat gesagt: Augenwischerei
Gesendet am 3. Juli 2013 um 16:52
Wenn es in fünf Jahren 350'000 Menschen mehr gibt in der Schweiz (1% Zuwachs pro Jahr) und dieses Projekt für 100'000 Menschen Strom liefert, schaffen wir damit keine Energiewende! Wir brauchen immer mehr Strom für immer mehr Leute, das ist die Wahrheit - die Geschichte mit der Energiewende durch ein gigantisches Wasserkraftwerklein nur ein manipulatives Argument der Geldmacher.

Wir können den letzten Bach verbauen, es wird das Energieproblem nicht lösen, leider.

Da würde eigentlich langfristig nur eine Reduktion des
Gesamtenergieverbrauchs = Einwohnerzahl x Verbrauch pro Kopf
helfen. Doch daran sind die Heuchler (im Film kamen sie zu Wort), welche hier mit der Energiewende argumentieren, natürlich GAR nicht interessiert! Nur immer mehr bauen, immer mehr Umsatz, immer mehr Bonus, immer mehr absahnen, immer mehr, immer mehr...

Die Neuerschliessung von Wasserkraftenergie ist NICHT nachhaltig, man wird nicht 1000 Jahre immer wieder neue Superdämme bauen können, irgendwann ist aus die Maus...

83_Stefan hat gesagt: RE:Augenwischerei
Gesendet am 3. Juli 2013 um 18:00
Hallo Schneeluchs, ich gebe dir recht, die Zukunft dürfte wohl im Energiesparen liegen. Ich selbst verwende daher nur kaltes Wasser, lasse keine Geräte im Standby-Modus, spare Licht etc. Allerdings sind im heimischen Bereich wohl nur geringe Einsparungen möglich. Die meiste Energie verschwenden wir durch unser Konsumverhalten: Wer alle paar Jahre ein neues Handy, einen neuen PC, einen Fernseher etc. braucht, sollte sich mal überlegen, wie energieaufwändig jedes einzelne Bauteil dafür produziert (und transportiert) werden muss. Hier ist ein Umdenken der Gesellschaft unbedingt nötig, was diese dann allerdings wiederum in ihren Grundfesten erschüttert, denn unsere Gesellschaft fußt schließlich auf Konsum... das ist die Krux daran! Ich hoffe, wir finden bald einen Ausweg aus diesem Dilemma!
Viele Grüße!

silberhorn Pro hat gesagt: RE:Augenwischerei
Gesendet am 3. Juli 2013 um 20:13
2000 Watt-Gesellschaft sollte doch möglich sein.

Link zur Ermittlung des persönlichen ökologischen Fussabdruck den man auf dem Planeten Erde hinterlässt: www.wwf.ch/de/aktiv/gluecks_experiment/footprinter/.

Henrik Pro hat gesagt: RE:Augenwischerei
Gesendet am 3. Juli 2013 um 20:43
Der Titel sagt beinahe alles....was nützen feetprints im eigenen Haus, wenn vor deiner Türe diejenigen genau so leben wollen, wie du es vor der CO2-Aera und der der initierten Energiewende getan hast, du bist ja auch mit dem Alter klüger und bewusster geworden!

silberhorn Pro hat gesagt: RE:Augenwischerei
Gesendet am 3. Juli 2013 um 21:05
Ich meine der Footprinter bringe schon was. Wenn viele schauen wie ihre Bilanz aussieht und dadurch schon nur eine Person sich bemüht ihren Fussabdruck zu verbessern hat er durchaus seine Berechtiung.

Wenn alle so leben würden wie ich vor der CO2 Aera bräuchte es den Printer allerdings nicht!

K_Mar hat gesagt:
Gesendet am 9. Juli 2013 um 16:51
Das Triftprojekt haben wir wohl den Ökofundamentalisten zu verdanken, die die Erhöhung der Grimselstaumauer blockieren. Dort hätte der Eingiff in die Natur geringere Folgen.


Alpin_Rise hat gesagt: RE:
Gesendet am 9. Juli 2013 um 22:28
Wenn du die Folgen für die Natur so genau kennst, kannst du gerne für die Umweltverträglichkeitsprüfung offerieren. Dafür brauchen sie Fachleute wie dich.

Und wenn alle wie die "Ökofundamentalisten" leben würden, bräuchte es wohl beide Werke nicht.

G, Rise


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