Suche anspruchsvolle, einsame Solo Tour im Oberwallis


Publiziert von MatthiasG, 3. Oktober 2012 um 13:52. Diese Seite wurde 3729 mal angezeigt.

Lange hab ich nun nach weiteren 4000ern im Wallis gesucht, welche ich ähnlich risikoarm wie das Lagginhorn solo besteigen könnte, aber nicht einmal das Breithorn scheint mir da geeignet. Außer vielleicht wenn man mit der Bahn zum kleinen Matterhorn fährt und dann in frischen Trittspuren der ca. 100 Leute geht, die schon auf dem Weg sind, aber so etwas reizt mich gar nicht. Dasselbe könnte man sicher auch auf dem Weissmies und ein paar anderen 4000ern machen, aber gerade wegen dem großen Andrang habe ich mir damals statt dem Weissmies das Lagginhorn vorgenommen.

Daher habe ich jetzt beschlossen, dass es nicht unbedingt ein 4000er sein muß und wenn würde ich wohl einfach das Lagginhorn wiederholen. Inzwischen kann man nach dem was ich gehört habe sogar ganz ohne Gletscher da rauf. (Ich muß zugeben, es war schon ein mulmiges Gefühl damals ganz alleine auf dem Gletscher über eine Spalte zu springen.)

Schön wäre aber zumindest etwas über 3500. Das Barrhorn hab ich schon entdeckt, ist definitiv ein Kandidat für mich. Aber vielleicht schon wieder ein wenig zu einfach (?). Während das Bietschhorn von der Höhe her ideal wäre, aber anscheinend eine Gletscherüberquerung fordert (?) und wohl zu gut besucht ist für meinen Geschmack. Auch das Brunegghorn hat wohl Gletscherpassagen(?).

Wege, auf denen man theoretisch noch mit einem Geländewagen fahren kann mag ich gar nicht und Gipfel, auf denen wegen benachbarter Hütten schon vor Sonnenaufgang die ersten Leute stehen auch nicht. Lieber etwas abgelegener, ein Zelt schlepp ich gerne mit. (Auf Hütten übernachte ich prinzipiell nicht, ich möchte nicht die Verbauung der Alpen fördern und bin außerdem ein Misanthropist :) Klettereinlagen über I und Gletscher kommen eigentlich gar nicht in Frage.

Am liebsten würde ich ja einfach auf den Dom oder die Dufourspitze latschen, vor 10 Jahren hätte mich wahrscheinlich nichts davon abhalten können. Aber inzwischen habe ich genug erlebt um zu wissen, dass mir diese Berge auch unter günstigen Bedingungen zu riskant für eine Solo-Begehung sind.



Kommentare (29)


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Gelöschter Kommentar

MatthiasG hat gesagt: RE:
Gesendet am 3. Oktober 2012 um 14:50
Diese Antwort hätte ich mir auch selbst geben können, aber ich darf schon trotzdem auch hier fragen, ja?

(bin kein fan von RTFM Antworten)

Gelöschter Kommentar

MatthiasG hat gesagt: RE:
Gesendet am 3. Oktober 2012 um 17:18
Wow, super was ich hier für feedback bekomme! Danke Leute, das sind echt tolle Tips!

Für diese Saison hab ich wohl jetzt genug Alternativen, ich kann eh immer nur über ein Wochenende ins Wallis. Soll aber keinen dran hindern hier noch weitere Tips zu posten, nächstes Jahr will ich sicher auch wo rauf und andere freuen sich sicher auch.

Schneemann hat gesagt:
Gesendet am 3. Oktober 2012 um 14:44
Eventuell wäre das Grosse Bigerhorn & Balfrin ein Fall für dich. Geht schon nahe an die 3800m ran und ist wohl auch nicht zu allzu einfach. Gleichzeitig brauchts nur eine kurze, unproblematische und markierte Gletschertraverse zu meistern. Ist aber doch wohl eher eine Standard-Tour und daher nicht wirklich einsam...

MatthiasG hat gesagt: RE:
Gesendet am 3. Oktober 2012 um 14:58
Das ist ein Super-Tip! Kann gut sein, dass ich genau das machen werde. Sieht mir deutlich besser aus als meine bisherigen Ideen! Habe den Berg zwar schon entdeckt, bin aber davon ausgegangen, dass dies wegen dem Gletscher ein Problem wäre. Jetzt hab ich dank Deinem Tip genauer recherchiert und komme zu dem Schluß, dass dies kein Problem sein wird.

Danke!!!

Ach ja, "einfach" und "einsam" schließen sich normalerweise leider aus, das ist mir eh klar. Ich hab nicht die Erwartung den ganzen Tag niemanden zu sehen. Aber eine Kolonne wie am Weissmies oder Breithorn kann ich echt nicht brauchen.

Zaza hat gesagt:
Gesendet am 3. Oktober 2012 um 18:31
Es kommt natürlich auch drauf an, wann du gehst. An einem Werktag im Oktober kann man durchaus der einzige Weissmies-Besucher sein...letztes Jahr so erlebt, eine tolle Sache!

Ansonsten spielt es auch eine Rolle, was du im Fels solo klettern magst. Bietschhorn geht praktisch ohne Gletscher, aber der Westgrat ist sehr lang, sehr brüchig und an einigen Stellen etwas pikant, soviel ich weiss. Grand Combin über den Meitin-Grat ist auch gletscherfrei, glaube ich. Aber ebenfalls nicht ganz einfach zu klettern (und arg brüchig). Und Matterhorn via Hörnligrat ist auch gletscherfrei...

Nebst den bereits erwähnten (Barrhörner, Bigerhorn, Simplongebiet) gibt es im oberen Matter- und Saastal eine ganze Reihe von hohen Bergen, die relativ einfach zu erreichen sind...Almagellerhorn, Mittelrück, Latelhorn, Mettelhorn, etc.

LG, zaza

MatthiasG hat gesagt: RE:
Gesendet am 3. Oktober 2012 um 21:34
Führe er mich nicht in Versuchung ;)

Ne also II für ein zwei Stellen geht noch in Ordnung, aber spätestens bei III ist bei mir Schluß mit solo.

Nicht dass ich 'ne III oder IV schwer finde, aber im Abklettern mit einem ungünstigen Wetterumschwung kann das sehr blöd werden, ein Ausrutscher und niemand ist da um Hilfe zu rufen.

Trotzdem gute Info, vor allem mit dem Bietschhorn und dem Grand Combin hab ich auch schon geliebäugelt, aber halt nicht solo für mich.

Danke!

orome hat gesagt:
Gesendet am 3. Oktober 2012 um 20:48
Weissmies über Almagellerhütte.
Aufs Fletschhorn führen auch Gletscherfreie (und sehr lange) Wege. Direkt daneben das Böshorn ist ein sehr schöner und einsamer Berg.
Am Bortelhorn hats nur mehr ein Schneefeld und der Grat zum Gipfel ist wirklich schön.

Hydrant hat gesagt: RE:
Gesendet am 3. Oktober 2012 um 21:05
Fletschhorn von wo Gletscherfrei? Danke.

MatthiasG hat gesagt: RE:
Gesendet am 3. Oktober 2012 um 21:48
Auch super Ideen.

Bezüglich Fletschhorn: auf meiner Karte sehe ich Wegspuren unter dem Jegiturm entlang die bei 3263m vor einem kleinen Gletscherrest / Schneefeld enden. Wenn man von dort auf den Grat kommt, könnte ich mir vorstellen, dass dies vielleicht die Route ist, die du meinst?

Zaza hat gesagt: RE: Fletschhorn
Gesendet am 4. Oktober 2012 um 07:42
Eher der Breitloibgrat von Simplon-Dorf her, vermute ich. Tatsächlich sehr lang, von Hohsaas her geht's hingegen wohl (noch) nicht ganz ohne Gletscher.

LG, zaza

MatthiasG hat gesagt: RE: Fletschhorn
Gesendet am 4. Oktober 2012 um 08:32
Stimmt, das klingt plausibler. Jetzt brauch ich vielleicht doch noch den SAC Führer, über den Breitloibgrat findet man nix...

kopfsalat Pro hat gesagt: RE: Fletschhorn
Gesendet am 4. Oktober 2012 um 09:48
> Jetzt brauch ich vielleicht doch noch den SAC Führer

QED

caveat: der führer ist höchstwahrscheinlich veraltet.

MatthiasG hat gesagt: RE: Fletschhorn
Gesendet am 4. Oktober 2012 um 10:25
:)

Was auch genau der Grund ist, warum ich außer Romanen und zeitlosen Fachbüchern (Mathe gut, Informatik schlecht) keine Bücher mag. Die Welt ändert sich einfach zu schnell.

Zaza hat gesagt: RE: Fletschhorn
Gesendet am 4. Oktober 2012 um 11:18
Für einen reinen Felsgrat veraltet der Führer nicht so schnell. Das Problem ist eher, dass in der aktuell verfügbaren Ausgaben (weisser Umschlag) manche Route als "nicht lohnend" weggelassen wurde. Im Zweifelsfall wäre demnach die Version von Maurice Brandt aus den 80er oder 90er Jahren geeigneter (schwarzer Umschlag).

Ansonsten ist auch der SAC-Führer "Wanderziel Gipfel - Oberwallis" von Fredy Joss zu empfehlen. Das ist allerdings nur ein Auswahlführer mit ca. 50 Touren.

LG, zaza

orome hat gesagt: RE: Fletschhorn
Gesendet am 4. Oktober 2012 um 12:50
Es gibt einen schönen Führer, auch weisser Umschlag, Alpinführer Walliser Alpen 4/5 Auflage 2009 der recht ausführlich ist. Allein fürs Fletschhorn stehen glaub ich 5 Routen drin. Recht interessant ist zudem die jeweilige Einführung zu den einzelnen Bergen, wo vor allem über die Namensgebung philosophiert wird. Ich kann den Führer nur empfehlen, sehr ausführlich und auch schön zum lesen ...

Schneeluchs hat gesagt: RE: Fletschhorn
Gesendet am 4. Februar 2013 um 16:12
Ich bin im August 2003 vom Wenghhorn über den Sibilufluegrat und für den Abstieg weiter zum damals völlig aperen Lagginhorn. Das ist beinahe endlose aber auch beeindruckende und schöne Kraxelei bis II, der Nordgrat zum Lagginhorn spürbar schwieriger (III - bin da Schwierigkeiten in der Südflanke ausgewichen - nicht zu empfehlen). Der Breitloibgrat wird ähnlich sein. Zuoberst hatte es aber einige Meter sehr steiles Blankeis, da wäre ohne Pickel+Steigeisen nichts zu machen gewesen, und dort kommt man wohl auch vom Breitloibgrat vorbei!
Die ganze Unternehmung ist kaum weniger anspruchsvoll als das Bietschhorn. Man muss auch die mangelnden Übernachtungsmöglichkeiten berücksichtigen (Ich habe damals auf einer grossen Steinplatte biwakiert).

orome hat gesagt: RE: Fletschhorn
Gesendet am 4. Oktober 2012 um 08:32
Genau, den habe ich gemeint. Wahrscheinlich sehr einsam und sehr lang ;)

simba hat gesagt:
Gesendet am 3. Oktober 2012 um 21:49
Weissmies über Allmageller Hütte ist auch aus meiner Sicht einer der besten Tipps für eine Solotour an nem 4000er. Allerdings ist es halt schon ein IIer. Und sobald die Allmageller Hütte zu ist, wirst du da - denke ich - eher einsam unterwegs sein...

MatthiasG hat gesagt: RE:
Gesendet am 3. Oktober 2012 um 22:14
Sehr reizvoll... Naja, vor einer solo-II schrecke ich nur bedingt zurück, das Lagginhorn ging ja auch ohne fürchten. Das kann ich ja machen, wenn die Wetterlage recht sicher ist.

Gute Idee aber auch mal die Hüttenöffnungszeiten zu checken, daran hätte ich gar nicht gedacht. Das ist natürlich sehr hilfreich, wenn die Dinger zu sind :)

Danke!

Mistermai hat gesagt: "trockenen Fusses" aufs Wildhorn
Gesendet am 3. Oktober 2012 um 22:33
Das Wildhorn ist auch gletscherfrei zu erreichen über die Gältelücke. Von der Geltenhütte gibts einen direkten Aufstieg. Ist sicher T5 wenn nicht T5+. Er ist bei genauer Betrachtung auf der Karte zu sehen.

Alternativ kann auch von walliser Seite über die Cab des Audannes in die Gältenlücke gestiegen werden.

Unvorteilhaft kann einzig sein, dass der Gipfel über die einfache Gletscherroute geflutet wird, jedoch im Oktober auch kaum mehr.

Ein Seil ist übrigens zu empfehlen, kurz vor dem Gipfel gibts ziemlich steile Culoirs zu durchsteigen, dabei kann der Abstieg durch abseilen deutlich erleichtert werden.

roger_h Pro hat gesagt:
Gesendet am 4. Oktober 2012 um 11:20
Möchte noch das Stellihorn vorschlagen. Da ist zwar auf der Normalroute auch ein kleiner Gletscher "im Weg", aber erstens ist der beinahe verschwunden und zweitens kann man vom Stellipass auch alles dem felsigen (jedoch brüchigen) Grat über das Stelli zum Stellihorn hochsteigen.

MicheleK hat gesagt: fast im Wallis.
Gesendet am 4. Oktober 2012 um 16:23
Dents de Midi Haute Cime oder Pigne de la Le waehren da auch noch geeignete Soloberge.

Good Hike,
Michele

MatthiasG hat gesagt: Danke an alle!
Gesendet am 4. Oktober 2012 um 21:26
Danke nochmal für die genialen Tips, verzeiht mir wenn ich nicht mehr auf alle posts einzeln antworte.

Meine Favoriten sind für dieses Jahr Weissmies über Almageller Hütte und als Alternative Balfrin, falls das Wetter nicht ganz mitspielt. Auf dem Weg ins Wallis nehm ich vielleicht noch den Galenstock mit, falls der Rhonegletscher aper ist.

Ich finde auch die anderen Tips sehr gut, aber Berge um die 3000 habe ich zuhause auch, und gegen Ende der Saison kommt mir das immer so flach vor :)

Ford Prefect hat gesagt: Bietschhorn???
Gesendet am 11. Februar 2013 um 20:32
Hallo Matthias,

Dürfte ich nur einmal rein interessehalber fragen, wie du denn ausgerechnet auf das Bietschhorn gekommen bist bevor du es Gletscherbedingt ausgeschlossen hast? ;-)
Beim Weiterlesen fiel mir dann nämlich doch auf, dass sich dieses nur sehr bedingt mit deiner Bedingung Klettereinlagen über I wären zu vermeiden deckt und auch sonst wäre ich bei diesem Berg ehrlich gesagt nicht in Stimmung für eine Solo-Tour...

MatthiasG hat gesagt: RE:Bietschhorn???
Gesendet am 18. Februar 2013 um 09:24
War eben nie wirklich ein Solo-Kandidat für mich. Wie erwähnt ne II nehm ich eventuell in Kauf aber ne III nicht und einen Gletscher lieber auch nicht. Als ich das Lagginhorn solo gemacht habe musste ich mich zwar nicht fürchten, aber nachträglich betrachtet war es schon etwas riskant. Bin ganz alleine über eine Gletscherspalte gesprungen, das gab mir schon etwas zu denken.

jfk hat gesagt: La Ruinette
Gesendet am 4. Mai 2013 um 14:59
Das Unterwallis bietet einige schöne, hohe und nicht all zu schwierige Gipfel die auch als Solotour gemacht werden können. Der höchste dieser Gipfel ist die Ruinette (3875m), höchster Gipfel zwischen Grand Combin und Dent d'Hérens. Edward Whymper soll den Gipfel nach seiner Erstbesteigung als "eine der einfachsten Möglichkeiten in den Alpen eine solche Höhe zu erreichen" bezeichnet haben. Im Zeitalter von Bergbahnen stimmt das allerdings nur noch bedingt.

Die Schwierigkeiten sind WS III-. Die zwei III- Stellen am Gipfelgrat können aber auch in der brüchigen Flanke umgangen werden. Wenn man sich ab P. 3470 an den Grat hält, kann man auch eine Gletscherbegehung vermeiden. Die Route ist *hier beschrieben.

Weitere hohe Gipfel währen *Le Pleureur (3704m),  La Luette 3548m und  Pointe de Vouasson 3490m.

MatthiasG hat gesagt: RE:La Ruinette
Gesendet am 4. Mai 2013 um 22:49
Wow, danke für diesen detaillierten Tip!!!


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