Umfrage: Ökologische Nachhaltigkeit in der Outdoor-Industrie


Publiziert von xaendi, 12. April 2012 um 14:35. Diese Seite wurde 655 mal angezeigt.

Ein Studienkollege von mir schreibt eine Abschlussarbeit zum Thema "Nachhaltigkeit in der Outdoor-Industrie" und führt dazu eine Umfrage durch:

Nachhaltigkeit ist ein Thema, welchem immer mehr Beachtung geschenkt wird. Die Outdoor-Industrie ist da keine Ausnahme, besonders da es eine Branche ist, die stark von der Natur lebt. Zudem liegt die Annahme nicht fern, dass Outdoor-Sportler besonders sensibilisiert sind für das Thema, da diese ihren Sport ja gerne in einer unberührten und intakten Natur ausüben.

Deshalb untersuche ich in meiner Bachelor Arbeit, wie Outdoor-Enthusiasten in der Schweiz das ökologische Engagement von Outdoor-Bekleidungshersteller wahrnehmen und inwiefern ökologische Nachhaltigkeit eine Rolle spielt beim Kauf von Bekleidung für alpine Outdoor-Sportarten.


http://www.umfrageonline.com/live.php?code=63ccb45

Wäre toll, wenn der eine oder andere Hikr sich an der Umfrage beteiligen könnte - dauert max. 5 Minuten.

Grüsse
Alex



Kommentare (7)


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kopfsalat Pro hat gesagt:
Gesendet am 12. April 2012 um 15:26
naja, erstens fehlt (s)eine definition von ökologisch nachhaltig. schon nur ein kurzes googlen fördert eine erstaunliche fülle von (sich z.t. widersprechenden) definitionen zu tage.

nachdem der gute herr dann aber die selbe frage drei mal hintereinander in jeweils leicht anderer aufmachung bringt, hab ich die umfrage abgebrochen.

more luck next time.

Hitsch hat gesagt:
Gesendet am 15. April 2012 um 12:30
Habe die Umfrage ausgefüllt. Allerdings muss ich mich Kopfsalat anschliessen. Eine Erklärung, was der Autor unter ökologische Nachhaltigkeit versteht wäre durchaus angebracht. Denn dies ist ein weiter Begriff und kann verschieden ausgelegt werden.

Gruas

Renaiolo hat gesagt: RE: Nachhaltig unsinnig?
Gesendet am 15. April 2012 um 16:34
Heute in der NZZ am Sonntag, Seite 59, ein interessanter Beitrag zum Thema mit dem Titel "Nachhaltig unsinnig". Der lesenswerte Text beginnt wie folgt: "Dabei geht vergessen, dass die Nachhaltigkeit Kampfausdruck aller Weltverbesserer ist. Und dass eine nachhaltige Entwicklung zukunftsweisende Techniken von vornherein ausschliesst.. (schreibt Hans Dieter Sauer, ).

Und hier der ganze Text, für die dies interessiert:

Spricht ein Politiker, ein Manager, Umweltaktivist, Kirchenmann oder auch ein Wissenschafter über die Zukunft, wird er oder sie unweigerlich das Wort «nachhaltig» in den Mund nehmen. Die Entwicklung, auf welchem Gebiet auch immer, müsse in eine nachhaltige Richtung gelenkt werden, heisst es dann.

Geprägt wurde der Begriff 1987 in der «Weltkommission für Umwelt und Entwicklung» unter Leitung der damaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland. Verstanden wurde darunter «eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können».

Der emeritierte Ökonom Wilfred Beckerman von der Universität Oxford kritisierte von Anfang an, dass «nachhaltige Entwicklung» ein unscharfer, verschwommener Begriff sei. Bedürfnisse, selbst die Grundbedürfnisse, seien sehr subjektiv und abhängig vom jeweiligen Zivilisationsniveau. Folglich sei es ziemlich aussichtslos, die Entwicklung der Welt danach steuern zu wollen, gegenwärtige und noch unbekannte zukünftige Bedürfnisse in Einklang zu bringen. Der Blick zurück zeigt, dass es tatsächlich ein Ding der Unmöglichkeit ist. Wie hätten unsere Vorfahren ihre Bedürfnisse im Hinblick auf unsere regulieren sollen?

Eine andere Interpretation der Brundtland-Definition beruft sich auf ethische Prinzipien. Risiken wie der Klimawandel, die Gefahren der Kernenergie oder der Artenschwund verlangten gebieterisch, unseren Bedürfnissen Grenzen zu setzen, um nicht die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu gefährden. Wo aber verlaufen die Scheidelinien, die nicht überschritten werden dürfen? Radikaler Klimaschutz hiesse zum Beispiel, umgehend auf fossile Energie zu verzichten, was aber die Menschheit heute ins Verderben stürzen würde.

Es geht also darum, einen Weg zu finden, der den heutigen Menschen zu leben erlaubt und kommenden Generationen nicht die Existenzgrundlage raubt. Fundamentale, ethisch begründete Positionen führen da schnell in die Irre. Gefragt sind vielmehr wissenschaftliche, technische und ökonomische Expertise.

Ungeachtet seiner intellektuellen Schwäche wurde Nachhaltigkeit 1992 in Rio de Janeiro bei der Konferenz der Vereinten Nation zu «Umwelt und Entwicklung» zum Leitbild für die Gestaltung der Welt erhoben. Im Kern geht es darum, die Armut zu beseitigen (Grundsatz 5) und die Gesundheit und Unversehrtheit der globalen Ökosysteme zu erhalten (Grundsatz 7).

In der Folge der Rio-Konferenz wurde nachhaltige Entwicklung 1999 in die neue Bundesverfassung der Eidgenossenschaft aufgenommen (Artikel 2, Zweck der Eidgenossenschaft), ohne dass eine präzisere Begriffsbestimmung erfolgt wäre. In einer Broschüre des Bundesamtes für Raumentwicklung heisst es: «Eine nachhaltige Gesellschaft hinterlässt den künftigen Generationen die Welt so, wie sie sie angetroffen hat - oder besser.» Dagegen lässt sich schlechthin nichts einwenden; nur, war es nicht von jeher das Bestreben aller Eltern, ihren Kindern eine bessere Welt zu hinterlassen?

Ob sich das Land nachhaltig entwickelt, wird hierzulande mit dem System Monet (Monitoring der nachhaltigen Entwicklung) anhand von über 100 Indikatoren verfolgt. Dazu gehören die CO2-Emissionen, die Siedlungsfläche, das Haushaltseinkommen, der Brutvogelbestand, die Lesefähigkeit der Jugendlichen, die sportliche Aktivität der Bevölkerung, die Entwicklungshilfe, das Defizit der öffentlichen Haushalte und vieles mehr. Die angestrebten Entwicklungen in diesen Bereichen liessen sich aber ebenso gut aus den anderen Verfassungsgrundsätzen von Artikel 2 ableiten, als da sind: gemeinsame Wohlfahrt, innerer Zusammenhalt, kulturelle Vielfalt, Chancengleichheit, dauerhafte Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen sowie eine friedliche und gerechte internationale Ordnung. Was nachhaltige Entwicklung darüber hinaus leisten soll, erschliesst sich nicht.

Auch ein Buch, das gewisse Erwartungen weckt, liefert keine Antworten. Im letzten Jahr haben das von ETH und Universität Zürich getragene Collegium Helveticum, ein Laboratorium für Transdisziplinarität, und Wire, der Think-Tank der Bank Sarasin, im NZZ-Verlag das Buch «Domino - Handbuch für eine nachhaltige Welt» herausgebracht. Darin werden 210 Ideen vorgestellt, «um die Welt besser zu machen», darunter so revolutionäre Vorschläge wie, im Büro doch mal ein Nickerchen zu machen. Eine andere Erklärung für Nachhaltigkeit als die Brundtland-Definition bieten auch diese beiden Denkfabriken nicht, stattdessen Sentenzen wie: Der Mensch steht im Zentrum, Nachhaltigkeit ist ganzheitlich zu betrachten und bedeutet Zukunftsfähigkeit.

Nachhaltigkeit ist allerdings nicht nur ein Sammelbegriff für alle denkbaren Aktivitäten zur Weltverbesserung, sondern es gibt ihn auch in doktrinärer Auslegung, indem bestimmte Techniken von vornherein als nicht-nachhaltig gebrandmarkt werden. Dazu zählt insbesondere die Grüne Gentechnik. Von Nachhaltigkeitsfonds, die Geld in die richtige nachhaltige Richtung lenken sollen, ist diese ausgeschlossen. Für Ingo Protykus, Emeritus der ETH Zürich, ist das unverständlich. Er hat schon um 2000 in Kooperation mit Peter Beyer von der Universität Freiburg im Breisgau den sogenannten Golden Rice entwickelt, der Vitamin-A-Mangel behebt und so die Kindersterblichkeit senkt. Gegen viele Widerstände - Greenpeace lancierte eine millionenschwere Kampagne gegen seine Einführung - wird er voraussichtlich ab 2013 endlich in Asien zum Einsatz kommen. Ein anderer Fall für den Nutzen von Gentechnik ist insektenresistente Baumwolle, die bereits von Millionen Kleinbauern eingesetzt wird.

Die Bank Sarasin, ein führender Anbieter von Nachhaltigkeitsfonds, begründet den Ausschluss von Gentechnik damit, dass gentechnische Eingriffe in das Erbgut von Pflanzen aus ethischer Sicht als bedenklich angesehen werden. Damit gibt sie sich päpstlicher als der Papst. Die Päpstliche Akademie der Wissenschaften hat sich nach einer Studienwoche im Mai 2009 ausdrücklich für den Einsatz von transgenen Pflanzen zur Ernährungssicherung ausgesprochen.

Ausserdem begründet die Bank ihre Skrupel mit der mangelnden Akzeptanz von gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Das empört Potrykus. Die Fondsmanager der Banken sollten mehr Rückgrat zeigen und sich nicht der Stimmungsmache der Gentechnikgegner beugen.

Am Paul-Scherrer-Institut geht Stefan Hirschberg seit 20 Jahren der Frage nach, was ein nachhaltiges Energiesystem ausmache. Nach seinen Untersuchungen schneidet die Kernenergie nicht schlechter ab als erneuerbaren Energien. Kohle ist stark klimabelastend, könnte aber durch die CCS-Technik, also die Abtrennung und Speicherung von CO2, erheblich verträglicher gemacht werden. Nach diesen Ergebnissen wäre eine Energiestrategie nachhaltig, die alle Optionen nutzt, indem sie die erneuerbaren Energien ausbaut, Reaktoren mit noch höherer Sicherheit entwickelt und die CCS-Technik vorantreibt.

Hals über Kopf wird nun aber der Ausstieg aus der Kernenergie vollzogen, gleichzeitig ist auch die CCS-Technik blockiert, weil CO2-Speicher dank Greenpeace als «tickende Zeitbomben» wahrgenommen werden.

Einen Freibrief für die Energiewende bekam die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel von der Ethikkommission unter Leitung von Klaus Töpfer. Er war zur Zeit der Rio-Konferenz Umweltminister, leitete von 1998 bis 2006 das Umweltprogramm der Vereinten Nationen und ist jetzt Direktor des 2009 gegründeten Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam. Er gilt gemeinhin als oberste Instanz in Sachen Nachhaltigkeit. Noch vor der ersten Sitzung der Ethikkommission erklärte er via «Bild am Sonntag»: «Die Kernenergie bringt Risiken mit sich, die über das menschliche Mass hinausgreifen und die eine Herausforderung sogar für die Schöpfung darstellen.»

Fazit: Die Berufung auf Nachhaltigkeit führt dazu, dass eine wirksame Klimapolitik unterminiert und die Gentechnik diskriminiert wird. Damit kehrt sich das Prinzip gegen die eigenen in der Rio-Deklaration verankerten Grundsätze, die Beseitigung der Armut und den Schutz des Ökosystems der Erde. Eines der Bücher von Wilfred Beckerman ist ins Deutsche übersetzt worden. Es hat den Titel «Ein Mangel an Vernunft».

Der Autor ist freier Technik-Journalist in Gauting (Bayern).

Alpin_Rise hat gesagt: RE: Nachhaltig unsinnig?
Gesendet am 16. April 2012 um 10:22
Danke Renaiolo,
eigentlich gehört ja dieses Thema nicht hierher (vielleicht willst du einen neuen Gesprächsfaden eröffnen?)

Trotzdem ein paar Gedanken zum Thema:

Wer den Begriff der Nachhaltigkeit nicht versteht, ist entweder denkfaul, scheut seine Konsequenzen oder sucht sich wie der Autor reihenweise Ausflüchte wie
> Kampfausdruck aller Weltverbesserer


Auf jeden einzelnen Lebensbereich oder auf die konkrete Handlungsoption hinuntergebrochen sollte ein/e Jede/r in den meisten Situationen die Entscheidung treffen können, welches Verhalten nachhaltiger ist.
Leider ist der Verzicht oftmals die nachhaltigste Variante und wer diese propagiert, macht sich zumindest politisch sehr unbeliebt.

> Nach seinen Untersuchungen schneidet die Kernenergie nicht schlechter ab als erneuerbaren Energien
Das möchte ich nicht den Erben Tschernobyls oder den Tausenden Einwohnern der Präfektur Fukushima erzählen wollen.

> bestimmte Techniken von vornherein als nicht-nachhaltig gebrandmarkt
Die hier angesprochene Gentechnik als "nachhaltig" oder nicht nicht zu bezeichnen, ist unmöglich. Niemand weiss, wie sich das veränderte Erbgut langfristig in einer komplexen Umwelt verhält. Auch hier ist ein Verzicht die sicherste Variante, die zukünftigen Generationen nicht zu gefährden.

G, Rise

PS: den Fragebogen habe ich ausgefüllt. Gutes Umfragedesign ist sehr anspruchsvoll, also nicht verzweifeln ;-)

Renaiolo hat gesagt: RE: Nachhaltig unsinnig?
Gesendet am 16. April 2012 um 11:37
Lieber Rise, danke für Deine Meinungsäusserung. Ja, Du hast schon Recht mit der Frage, einen neuen Thread zum Thema Nachhaltigkeit zu eröffnen - ich überlege es mir noch. Den NZZ-Text habe ich übrigens einkopiert, weil ich diese Schreibe zwar insofern lesenswert finde, weil darin enthaltene Argumente sehr nachdenklich stimmen und zum Widerspruch provozieren (müssen). Mir persönlich wäre es recht, wenn ein neuer Gesprächsfaden eröffnet würde - nur ich selbst scheue den Aufwand mangels Ressourcen), einen solchen zu moderieren - und ich gebe zu, in vielen Bereichen nicht ausreichend kompetent zu sein. Vielleicht übernimmt ein hikr-User diesen Part. Ich freue mich darauf...

P.S.: die Umfrage habe ich problemlos "gemacht", die Fragen sind allerdings einigermassen (über-)fordernd...

HG Ruedi

kopfsalat Pro hat gesagt: RE: Nachhaltig unsinnig?
Gesendet am 16. April 2012 um 17:55
> Wer den Begriff der Nachhaltigkeit nicht versteht, ist entweder denkfaul, scheut seine Konsequenzen oder sucht sich wie der Autor reihenweise Ausflüchte

hört, hört, da ist jemand unter uns, der uns (mir inklusive) erklären kann, was denn genau nachhaltigkeit bedeutet!!! schon mal im voraus ein dreifaches hipp hipp ...

in der zwischenzeit hier noch ein ebenfalls auf hikr zirkulierender link zu ebendieser thematik: [www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470/sho...]

> Leider ist der Verzicht oftmals die nachhaltigste Variante und wer diese propagiert, macht sich zumindest politisch sehr unbeliebt.

leider? wieso leider? wenn man nicht auf jeden bedarfsweckungs-furz der werbe-industrie reinfällt, ist das kein verzicht, sondern reinste vernunft - quasi kosten-nutzen-denken in reinkultur.

das hat bei der umfrage übrigens ebenfalls gefehlt, die option sich dem kaufwahn zu entziehen.

ansonsten geb ich crispies recht, der artikel von herr gauting hat mehr schwächen, als stärken.

laponia41 Pro hat gesagt: Wenn ich
Gesendet am 15. April 2012 um 18:39
in einer Umfrage dreimal rausgeschmissen werde, gebe ich entnervt auf.

Gibt es auch ökologische Umfragen?


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