Armeeschrott auf Weltnaturerbe-Gletschern


Publiziert von Renaiolo, 31. Juli 2011 um 18:14. Diese Seite wurde 1741 mal angezeigt.

Hat jemand von Euch Hikrn eine Lösung, was dieses "Ding" http://www.hikr.org/gallery/photo550273.html?post_id=38398#1 (auf dem Oberaargletscher fotografiert) ist. Eine Bombe scheint es wohl nicht zu sein. Das "Ding" ist mind. 2 m lang! Bin gespannt auf Antworten. Renaiolo.

Nachtrag: ich habe den (wenig aussagekräftigen) Titel dieser Nachricht abgeändert.



Kommentare (24)


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chaeppi Pro hat gesagt:
Gesendet am 31. Juli 2011 um 18:20
Vermutlich handelt es sich um einen FLUNT. (Flügeluntertank) Das wäre ein Zusatztank der nur bei Bedarf mitgeführt wird. Kann wie eine Bombe am Flügel angehängt werden.

Renaiolo hat gesagt: RE: Erstaunlich...
Gesendet am 1. August 2011 um 10:41
Du liegst wohl richtig. Irgendwie erschreckend, was auf unseren Gletschern so alles an Schrott rumliegt. Erstaunlich auch, dass unsere Armee solche "Abfälle" nicht wegräumt, Auf unseren Gletschertrekkings jedenfalls sehen wir auf Schritt und Tritt verschossene Munition (v. a. auf den Gletschern im Jungfaugebiet). Die Dinger sind meist ca. 15 cm lang und liegen rum - weiss gar nicht, ob die eine oder andere sogar noch "scharf" ist...

Runner Pro hat gesagt: RE: Erstaunlich...
Gesendet am 2. August 2011 um 12:43
das hört sich nach Minenwerfergranaten ("Spicker 33") an - üble Sache solche Dinge in der Landschaft. Und wenn man bedenkt, wieviel diese Ware kostet bzw. gekostet hat...

Renaiolo hat gesagt: RE: Erstaunlich...
Gesendet am 2. August 2011 um 13:33
Soweit teile ich Deine Meinung. Aber (eine Banausen): sind diese "Spielzeuge" gefährlich, falls sie jemand "versehentlich" einpackt?

Runner Pro hat gesagt: RE: Erstaunlich...
Gesendet am 2. August 2011 um 15:02
Naja, grundsätzlich sollte man sie liegen lassen, markieren und der nächsten Militär- oder allenfalls Polilzeistelle melden. Wer weiss, ob so ein Teil losgeht. Eigentlich sollte es nicht möglich sein, da man ja den Zünder einschlagen müsste aber eben - wenn's dumm gehen muss geht's dumm...

Renaiolo hat gesagt: RE: Unglaublich...
Gesendet am 2. August 2011 um 15:12
Vor allem die ca. 4 bis 5 km Strecke vom Einstieg auf den Walliser Fiescherfirn ab Höhe Finsteraarhornhütte bis zum Rotloch (wo wir dann auf den Studergletscher wechselten) war richtiggehend übersät von diesem offensichtlich mehr oder weniger harmlosem Armeeabfall. Ich denke, der Ueli Maurer uns seine Knappen werden davon Kenntnis haben - jedenfalls ziemlich müssig, die nächste Polizeistelle zu "alarmieren" - ich jedenfalls mache mich nicht unnötig lächerlich...

TomClancy hat gesagt: Lächerlich..
Gesendet am 2. August 2011 um 15:53
... machen wirst Du Dich nicht, wenn Du Armeeschrott meldest. Aber richtig vorgehen kannst Du, indem Du die Hinweise von Mountain Wilderness berücksichtigst.

[www.mountainwilderness.ch/projekte/rueckbau-zur-wildnis/mili...]

Gruss

TC

Runner Pro hat gesagt: RE:Lächerlich..
Gesendet am 2. August 2011 um 16:27
gute Paige, merci.

Renaiolo hat gesagt: RE:Danke...
Gesendet am 3. August 2011 um 08:49
...für den Tipp. Dass es eine solche Infostelle gibt, hab ich nicht gewusst.

Regula52 hat gesagt: RE:Lächerlich..
Gesendet am 5. August 2011 um 21:55
Super, vielen Dank, das wusste ich nicht und werde davon Gebrauch machen. Ich habe bei meiner letzten Tour diverse solcher Schrottdinger gefunden. Einige davon sahen noch recht intakt, also scharf aus. Im Gotthardgebiet wurde ja bis vor kurzem recht viel herumgeböllert.
Gruss,
Regula

Runner Pro hat gesagt: RE: Unglaublich...
Gesendet am 2. August 2011 um 16:29
nana, wieso lächerlich? Das Zeug sollte schon weggeräumt werden. Da wird so viel verpulvert (war selber bei den "Spickern" dass Dir die Ohren wackeln. Da hat doch niemand mehr den Durchblick und auf die Idee den Schrott mal wegzuräumen kommt niemand... Gehen wohl alle davon aus, dass der Müll sich gewissermassen "sublimiert"... :-)

maawaa Pro hat gesagt: Militärschrott
Gesendet am 2. August 2011 um 16:35
Das erinnert mich ein wenig an meine Kindheit Ende der 80er. Damals hatte unsere Bundeswehr ja noch ein " Feindbild " und zudem Geld im Überfluss. Manöver im freien Gelände waren also fast schon an der Tagesordnung. Wir Kinder fanden das natürlich wahnsinnig interessant, und sammelten nach den Übungen die ganzen Hülsen etc. ein. Ab und an fand man natürlich auch einen Blindgänger, der wurde dann abends in Vaters Schraubstock gespannt und aufgesägt - man wollte ja an das Pulver kommen.

Mich wundert heute noch das damals nichts passiert ist...

Renaiolo hat gesagt: Beobachter
Gesendet am 3. August 2011 um 11:36
Hab soeben folgende Link auf einen aufschlussreichen Beobachter-Beitrag gefunden:

http://www.beobachter.ch/wohnen/artikel/naturschutz_weltnaturerbe-unter-beschuss/

Queribus hat gesagt: Blindgängermeldezentrale
Gesendet am 7. August 2011 um 12:01
Meine Erfahrung mit einem Blindgänger habe ich am Triftgletscher gemacht. Mein Sohn und ich haben den Zündkopf einer alten Flak-Granate aus dem 2. Weltkrieg gefunden, wurde mir im nachhinein gesagt. Ich habe die Koordinaten und das Foto der Blindgängermeldezentrale Thun (www.armee.ch/kampfmittelbeseitigung) gemailt. Wenige Tage später erhielt ich ein Telefon. Dabei wurde mir freundlich mitgeteilt, um was es sich handelte, wie es abgeholt wurde (zu Fuss!) und dass es fachgerecht entsorgt wurde. Also, meldet eure Blindgängerfunde. Diese werden wirklich schnell abgeholt und entsorgt. Blindgänger können nur entsorgt werden, wenn die Spezialisten auch den Standort kennen.

Renaiolo hat gesagt: RE:Blindgängermeldezentrale
Gesendet am 7. August 2011 um 18:02
Genau das habe ich getan, und folgende Mail-Antwort erhalten:

Herzlichen Dank für Ihre Munitionsmeldung betr dem Oberaar- und Finsteraargletscher.
Bei dieser Munition handelt es sich hauptsächlich um Flab-Geschosse die ausser einer Leuchtspur die nach dem Abschuss ausbrennt keine scharfen Teile beinhalten die von Gluringen im Goms verschossen werden. In den Flab Zielgebieten werden alle 2 Jahre Geschossräumaktionen durchgeführt.

In der Woche 29.0-31.08.2011 wird auf diesen Gletschern wiederum eine Räumaktion durchgeführt. Wir werden Ihre Meldung in die Planung einbeziehen.

Ich möchte Sie jedoch darauf hinweisen das auf den Gletscher und in den angrenzenden Gebieten auch andere Munition (echte Blindgänger) gefunden werden kann, die nicht berührt werden darf.
Daher gelten die Merkpunkte: Nicht Berühren, Markieren, Melden (Tf Nr 117 oder mailto:blindgaengermeldezentrale.milsich@vtg.admin.ch )

Herzlichen Dank

Freundliche Grüsse
--
Adj Uof Erwin Gilgen
MA C Einsatz und Konzeption
Eidgenössisches Departement für Verteidigung,
Bevölkerungsschutz und Sport VBS
Schweizer Armee
Führungsstab der Armee FST A - Kompetenzzentrum ABC-KAMIR der Armee
Kompetenzzentrum KAMIR
Blindgängermeldezentrale (BMZ)
Alpenstrasse 2, Kaserne, 3609 Thun
Tel ++41 33 228 49 70
Fax ++41 33 223 35 39
http://www.armee.ch/kampfmittelbeseitigung

Renaiolo hat gesagt: RE:Blindgängermeldezentrale
Gesendet am 7. August 2011 um 18:14
Mir ist noch die Frage eingefallen, wie im Falle des Beschusses von Glurlingen im Goms aus allfällige Berggänger auf dem Oberaar- und/oder Finsteraargletscher informiert werden. Stehen da vielleicht überall Ampeln...

TomClancy hat gesagt: Schiessanzeigen
Gesendet am 7. August 2011 um 19:18
Das mit den Schiessanzeigen ist wirklich ein leidiges Thema. Ich habe vor über einem Jahr den Zuständigen beim VBS auf das Problem aufmerksam gemacht, dass die Schiessanzeigen auf verschiedenen Seiten des Internet-Auftritts des VBS publiziert werden. Er hat sich dann darum gekümmert, ist aber schienbar im Kompetenzenwirrwarr von Heer und Luftwaffe stecken geblieben.

Die Schiessanzeigen für Gluringen findest Du hier: Schiessanzeigen FLAB

PStraub hat gesagt: RE:Blindgängermeldezentrale
Gesendet am 8. August 2011 um 11:13
Ich habe - ohne Kenntnis dieses Threads - hier zwei einschlägige Fotos gepostet.
Hier wird seit vielen Jahren nicht mehr geschossen. "Alle zwei Jahre wird geräumt"? Ich kriege Schreikrämpfe ..
Bei den "Spickern" war es beliebt, in verschneite Hänge zu schiessen. Wenn die Granate explodiert, gibts Action - mit etwas Glück sogar ein Schneebrett.
Dafür nahm man gerne in Kauf, dass die Aufschlagzünder im weichen Schnee häufig nicht ansprechen. Und jetzt liegt der Schrott, oft noch scharf, da oben.

Renaiolo hat gesagt: RE:Blindgängermeldezentrale
Gesendet am 8. August 2011 um 11:20
Deine Feststellungen und Bilder beweisen, dass die Armee NICHT räumt oder dies inkonsequent tut. Das ist skandalös und desaströs!! Deshalb habe ich diesen Thread auch eröffnet. Es hilft wohl nicht, eine Meldung wie im Thread erwähnt zu machen; dennoch würde ich dazu raten. Im übrigen sollte der eine oder andere Hikr auch einen Leserbrief, z. B. an den SCA (Zeitschrift ALPEN) oder an eine grössere Tageszeitung (senden NZZ, Tagi). Andere Lösungen sehe ich leider nicht.

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:Blindgängermeldezentrale
Gesendet am 8. August 2011 um 14:54
@PStraub

Würde mich Wunder nehmen, was die Militärfritzen zum zweiten Bild sag(t)en?

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:Blindgängermeldezentrale
Gesendet am 8. August 2011 um 14:53
> Adj Uof Erwin Gilgen
> MA C Einsatz und Konzeption
> Eidgenössisches Departement für Verteidigung,
> Bevölkerungsschutz und Sport VBS
> Schweizer Armee
> Führungsstab der Armee FST A -
> Kompetenzzentrum ABC-KAMIR der Armee
> Kompetenzzentrum KAMIR
> Blindgängermeldezentrale (BMZ)
> Alpenstrasse 2, Kaserne, 3609 Thun
> Tel ++41 33 228 49 70
> Fax ++41 33 223 35 39
> http://www.armee.ch/kampfmittelbeseitigung

:ROFL:

früher hatten sie abzeichen auf der brust, heute ist's wohl die e-mail-signatur, die den unterschied macht!

MaeNi hat gesagt:
Gesendet am 8. August 2011 um 12:05
Der Armeegüsel in unseren Bergen ist schlicht und einfach eine Sauerei!

Bolivar hat gesagt:
Gesendet am 8. August 2011 um 20:09
Schande über mich, ich war selbst während knapp 10 Jahren jährlich 3 Wochen in Gluringen aber auch in S-Chanf im Dienst. Nicht nur der Granatenabfall ist bedenklich, sondern vorallem auch die Lärmemissionen die solche Flabkanonen verursachen, geschweige denn die Pilatus Flugzeuge die die Angriffe simulieren. Das ganze Goms hat während solcher Übungen jeweils gebebt.

Renaiolo hat gesagt: Kaum zu glauben, aber...
Gesendet am 11. Oktober 2011 um 18:42
soeben erhalte ich von der CH-Armee Fr. 100.00 für die erfolgreiche Meldung (FLUNT auf dem Oberaargletscher). Es hat sich also irgendwie gelohnt - das Geld geht an die Berghilfe. Renaiolo


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