Altels


Publiziert von LaGazelle, 12. Oktober 2010 um 10:26. Diese Seite wurde 829 mal angezeigt.

Weiss jemand, weshalb der Altels so heisst wie er heisst? Ist doch irgendwie ein komischer und auch aussergewöhnlicher Name, bei all den "Hörnern" ringsum. Was bedeutet der Name?
Dank & Gruss
LaGazelle



Kommentare (7)


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lorenzo Pro hat gesagt:
Gesendet am 12. Oktober 2010 um 18:01
Soviel ich weiss setzt sich der Name aus "Alte" "Else" zusammen.

Gruss

lorenzo

marvel hat gesagt: RE:
Gesendet am 12. Oktober 2010 um 21:17
Vermutlich weiss man es gar nicht ganz genau.

Das Frutigbuch sagt "Der alte Els", ohne zu sagen, woher "Els" kommen soll.

Im Buch "Das Frutigland" schreibt Pfarrer Stettler 1887:

" [...] im Munde der Landleute und Umwohner ist Altels ausschliesslich männlichen Geschlechts, so dass die Benennung mit "die" sich nicht rechtfertigen lässt [...]"

Offenbar führten schon damals viele das "Els" auf den weiblichen Vornamen zurück und nannten den Berg daher "die Altels".

Möglich ist, dass der Name tatsächlich ursprünglich von dem Vornamen kommt und der Name Altels in der Umgangssprache erst später das Geschlecht gewechselt hat.

Alternativ könnte der Name auch auf eine ältere Wurzel zurückgehen. (Evtl. die gleiche wie in "Elsigen"?)

kopfsalat Pro hat gesagt: rein vom schiff aus
Gesendet am 13. Oktober 2010 um 08:03
"alte else" tönt extrem nach volksetymologie (analog "armbrust", welche weder mit "arm" noch mit "brust" etwas zu tun hat, sondern die "übersetztung" des italienischen "arcuballista" ist).

"alt" könnte hingegen etwas mit lat. "altus" für "hoch" zu tun haben.

das "igen" in "elsigen" könnte auf einen frühallemanischen hof/weiler hindeuten. das "els" wäre dann der namengeber des hofes z.b. ein "elso" oder so was ähnlich es.

ob dieser aber auch der namengeber für den berg ist? halte ich für eher unwahrscheinlich.

LaGazelle hat gesagt: Interessant...
Gesendet am 14. Oktober 2010 um 21:28
Merci für die Info und die Mühe, die Ihr Euch machtet, das nachzuschlagen.
LaGazelle

Felix Pro hat gesagt: neues Buch zu alten Fragen ...
Gesendet am 21. Januar 2011 um 14:31
im Dezember ist im FARO im Fona-Verlag in Lenzburg das Buch "Gipfelgeschichten" erschienen - "Wie die Schweizer Berge zu ihren Namen kamen".
Spannendes Buch!
Die Autorin Natahalie sagt zu Altels Folgendes:

Entweder Alt als hoch (wie Dani bereits schreibt) und Els (nebst dem bekannten Namen [von Elisabeth]) als Berggeist in Frauengestalt

oder

Els als Abwandlung des indogermanischen alis (Erle) - dann wäre die Elsigenalp eine Erlenalp ...

Gruss Felix

marvel hat gesagt: RE:neues Buch zu alten Fragen ...
Gesendet am 22. Januar 2011 um 18:57
Interessant, auf was für Deutungen die Heimatforscher so kommen.

Noch eine Theorie, die mir noch eingefallen ist:

"Els" ist ein im Kandertal verbreiteter Flurname, dessen Herkunft sich nicht mehr mit Sicherheit ermitteln lässt (keltisch, lateinisch oder allemannisch).

Einst wurden die Alpen an den Hängen des Altels oberhalb der Spittelmatte (heute Tatele und Sagiweid) und vielleicht auch die Spittelmatte selbst als "Elsigen" bezeichnet ("Els" in Verbindung mit der verbreiteten allemannischen Endung "-igen"). Erst später wurde die wesentlich schwerer zugängliche Schafalp östlich der Tatelishörner erschlossen und - in Anlehnung an die bestehende Alp - "Wild-Elsigen" genannt, da sie wilder und abgeschiedener als jene war. Für diese ist der Name Wildelsigen heute noch gebräuchlich. Die ältere Alp wurde dann zur Unterscheidung häufig als "Alt-Elsigen" bezeichnet.

Wie so oft in den Alpen ging der Name der Alp Altelsigen auf den darüber thronenden Berg über, der schliesslich als Altelsig oder Altels bezeichnet wurde. Mit der Zeit geriet der Name der Alp Altelsigen selbst aber ausser Gebrauch. (Vielleicht war aufgrund der zunehmenden Erschliessung der Gemmi - u.a. durch ein Spittel - keine eigene Alphütte auf Altelsigen mehr notwendig.) Die Bezeichnung "Altels" für den Berg hingegen blieb im Sprachgebrauch erhalten.

Ist allerdings auch wieder nur Raterei meinerseits.

Mel hat gesagt:
Gesendet am 18. März 2012 um 17:27
aus www.20min.ch/life/story/23376016 :

Mit dieser letzten Anekdote führt uns die «Gipfelgeschichten»-Autorin Nathalie Henseler direkt von den Berner Alpen auf den Zürcher Sächsilüüten-Platz. In Ersteren ragt der Altels auf. Oder eben die Altels. Denn die Els ist die Frau vom Zürcher Böögg, den die bösen Unterländer allfrühjährlich verbrennen. Seine Gattin ist riesig gross und verkörpert das winterliche, mit ewigem Schnee bedeckte Gebirge. Es wäre doch ein Gedanke wert, den armen Böögg nicht einfach abzufackeln, sondern in einem feierlichen Prozedere seiner Angetrauten zuzuführen. Die Zunftmähren jedenfalls würden einen flotten Trab durch die frische Bergluft dem sinnfreien Kreisgallopp durch den beissenden Rauch allemal vorziehen. Aber die fragt ja wieder keiner.


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