Neue Monte-Rosa-Hütte 30./31.8.


Publiziert von Christine, 11. August 2010 um 13:16. Diese Seite wurde 2327 mal angezeigt.

Hier schon viel diskutiert, und trotzdem bleibt die Unsicherheit über die Verhältnisse und Gefahren über den Gornergletscher zur neuen Monte-Rosa-Hütte bestehen.
Ich (Christine) und Jan haben für die Nacht von Montag, 30. August auf Di, 31.8. zwei Plätze in der neuen Hütte gebucht. Wir haben keine Erfahrung mit hochalpinen Wanderungen und eine Bergführung ist uns zu teuer. Wir würden Steigeisen und evtl. Pickel/Seil mieten und suchen jetzt Leute, die am selben Tag zur Hütte wandern wollen, um sich zusammen zu schließen. Wir würden so gegen Mittag in Zermatt die Bergbahn nehmen und dann von der Station Rotenboden loswandern.
Wenn es Leute gibt, die sich uns am 30.8. anschließen, sich gut vorbereiten und somit das Risiko mindern wollen, würden wir uns sehr über Nachrichten freuen.
Christine & Jan



Kommentare (28)


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eva79 hat gesagt:
Gesendet am 11. August 2010 um 20:32
Und was bringt euch ein "Mehr" an Leuten, wenn ihr keinerlei Erfahrungen mit hochalpinen Wanderungen habt? Seltsamer Ansatz. Ausrüstung zu mieten ist das eine, der korrekte Einsatz das andere, auch mit Steigeisen kann man sich weh tun;-).

Schaut mal z.B. da: http://www.alpincenter-zermatt.ch/cms/output.php?id=49&cat_id=1&cat_id2=9&detail_id=18¤cy=chf

so teuer ist das nicht und ich würde Sicherheit am Berg vorziehen.

Eine schöne und unfallfreie Tour

Linard03 Pro hat gesagt:
Gesendet am 12. August 2010 um 08:21
"keine Erfahrung mit hochalpinen Wanderungen und eine Bergführung ist uns zu teuer" ... Mit dieser Aussage bekunde ich etwas Mühe.
Ich selbst habe zwar schon ein paar Hochtouren absolviert, aber dennoch zuwenige pro Jahr, als dass ich von "ausreichender Erfahrung" sprechen könnte.

Deshalb bin ich gerne mit einem Bergführer unterwegs. Mit "null Erfahrung" auf Hochtour ohne Bergführer zu gehen, macht keinen Sinn. Hier wird am falschen Ort gespart!
Gruss, Linard03

denali2002 hat gesagt: die Medien
Gesendet am 12. August 2010 um 08:34
Es wurde ja auch so ein Hype über die neue Monte-Rosa Hütte gemacht. Da ist es nicht verwunderlich dass sich auch unerfahrene Leute wünschen, dieses architektonische Meisterwerk zu besuchen. Das kann ich absolut nachvollziehen. Für unerfahrene Wanderer würde ich aber auch dringend empfehlen sich einer geführten Gruppe anzuschliessen. Und während dieser Tour die Augen und Ohren offenhalten, da kann man sehr viel know-how mitnehmen für künftige selbständige Touren im selben Schwierigkeitsgrad.
Viel Spass und eine unfallfreie Tour.
Gruss
Roli

MaeNi hat gesagt: Medien
Gesendet am 12. August 2010 um 15:38
Sicher lockt die mediale Berichterstattung über Projekte wie Monte Rosa Hütte, Trift- und Salbitbrücke eine grosse Menge an (auch unerfahrenen) Leuten an. Vielleicht erwecken die Berichte auch teilweise den Eindruck, dass diese Ziele ohne weiteres erreichbar sind und somit auch nichts passieren kann. Also schiebt man eine gewisse Verantwortung auf die Medien ab..

Was aber ist mit der Eigenverantwortung? Jeder, der sich zu einer Tour aufmacht, sollte sich vorgängig über die Anforderungen informieren und sich dann überlegen, ob das überhaupt innerhalb der eigenen Fähigkeiten liegt. Informationsquellen gibt es ja ausreichend, sei es auf hikr.org, gipfelbuch.ch, in der SAC Literatur oder auch bei ansässigen Bergführerbüros.

Es ist halt immer wieder erstaunlich, dass im Falle eines Unglücks die Verantwortlichkeit häufig ausserhalb und nicht bei sich selber gesucht wird.

Wir staunen auf jeden Fall immer wieder, wie einige Leute in den Bergen unterwegs sind...gerade auch an den sogenannt leichten 4000ern wie Allalin- und Breithorn sieht man doch so einiges...

Grundsätzlich finden wir es gut wenn Du Christine Dich hier auf hikr informierst. Was wir aber auch nicht verstehen, ist Deine Aussage:

"Wir haben keine Erfahrung mit hochalpinen Wanderungen und eine Bergführung ist uns zu teuer"

Wir sind der Meinung, dass wenn man in etwas keine Erfahrung hat, sich zuerst das nötige Wissen aneignen oder dann halt mit Führung an die Sache rangehen sollte. Alles andere ist in einer gewissen Weise doch eher fahrlässig...

In diesem Sinne hoffen wir, dass Ihr für Euch eine geeignete (und vorallem sichere) Lösung für die Tour zur Monte Rosa Hütte findet.

Gruss und eine gute Tour!

SusanneC hat gesagt: ernsthafte Ermutigung
Gesendet am 16. August 2010 um 12:53
Liebe Christine, lieber Jan,

am 4. August 2010 bin ich auf die MRH auf- und am 6. August wieder abgestiegen. Die Hütte war das Ziel meiner diesjährigen Fernwanderung von Ilanz nach Zermatt. So hatte ich bereits über zwei Wochen die Berge unter meinen Schuhen und war so konditionell gut vorbereitet.

In Zermatt angekommen, habe ich mich im Alpinzentrum ganz genau nach dem Zustand des Hüttenweges erkundigt und bekam präzise Auskunft, die auch genau stimmte. Der zweite Check galt dem Wetter. Der dritte Check der Ausrüstung: Steigeisen (habe ich mir bei Glacier-Sport geliehen) und stabile Stöcke sind Pflicht! Der wichtigste Check bleibt jedoch beim (hochalpinen) Bergwanderer selbst: wie ist die Kondition - wie ist die Akklimatisierung - wie steht es mit der Angst vor Unbekanntem?

Ich habe Menschen am Weg getroffen, die noch vor drei Tagen in Deutschland am Schreibtisch sassen und die letzte Stunde des wirklich strammen Aufstiegs nach Luft japsend irgendwie die Hütte erreichten ... und am nächsten Tag gleich wieder runter mussten, weil noch andere Abenteuer anstanden....

Meine aktuellen Tipps:
- nur rauf wenn die persönliche Kondition für einen T4 besteht (Gletscher mit Steigeisen gehen, es folgt eine sehr steile und glatte Streckenführung über die Gletscherwand hinauf zur Hütte)
- nur bei stabil gutem Wetter gehen (bei Nebel ist alles wirklich und echt gefährlich)
- einen Hüttentag zur Erholung einplanen (wozu läuft man rauf, wenn man diese grandiose Umgebung nicht in Ruhe betrachten und genießen kann?)
- sich der eigenen Angst vor Unbekanntem v o r h e r bewußt werden und bei Zutreffen nicht gehen (Angst auf dem Weg lähmt und nimmt einem jede Kondition)

Mein Tipp: in diesem Jahr üben - im nächsten Jahr gehen.

Ob mit oder ohne Bergführer - IHR geht jeden Schritt selbst und die Verantwortung liegt ausschliesslich bei Euch selbst.

Herzliche und ermutigende Grüße
SusanneC







-

Bergmonster hat gesagt: RE:ernsthafte Ermutigung
Gesendet am 16. August 2010 um 13:37
Als erstes, ich finde es sehr verantwortungsbewusst von Christine, sich sogar bei Hüttenwanderungen soviele Gedanken zu machen (was noch lang nicht jeder würde). gebe hier auch noch meinen Senf / resp meine Tipps ab.

Erstens: Ich würde nicht erst um die Mittagszeit gehen, denn dann werden die Schneebrücken weich und das Risiko, in eine Gletscherspalte zu fallen, ist um ein vielfaches höher. Klar passiert im "normalfall" auch dann ncihts, Aber wenn ihr frühmorgens geht, ist das Risiko einfach viel, viel kleiner. Ich würde auf dem Kulhotel Gornergrat schlafen und morgens um 6 da rüber spazieren, dann seid ihr gemütlich um 8h oder sogar schon früher dort. Um diese Zeit sind die Schneebrücken i.d.R. gefroren und objektiv sicherer.

Zweitens würde ich keine Wanderstöcke mitnehmen, sondern je 2 Eispickel. Dies für den Fall, dass man doch irgendwo runterfällt. Die Person die Fällt, kann so erstens schneller wieder rausklettern, plus die anderen, welche den fallenden möglichst sichern sollen indem sie sich im Schnee festhalten, gelingt dies mit 2 Pickeln besser als mit einem. Von Wanderstöcken ganz zu schweigen. Hab mich schon immer gefragt, wozu die gut sein sollen. Ach ja, und nehmt für auf dem Gletscher möglichst ein langes Tourenseil und macht Fallknoten rein (und dann grösstmöglichen Abstand voneinander nehmen).

Akklimatisation ist auf dieser relativ geringen Höhe (unter 3000m) eigentlich nicht notwendig, meines Erachtens. Hab noch keinen Höhenkranken erlebt auf dieser Höhe. Wer sich trotzdem akkimatisieren will, sollte dies 2-3 Wochen vorher tun, da die Erythropoese (Bildung von zusätzlichen roten Blutkörperchen) mindestens 2 Wochen in Anspruch nimmt und Höhenexpositionen daher möglichst frühzeitig durchgeführt werden sollen. Aber wie gesagt, für eine Hütte auf knapp 3'000m ist dies übertrieben. Allenfalls ist die Ausdauerleistung um ca 5-10% geringer als auf Meereshöhe, aber das ist ja auch nicht schlimm, denn die Tour ist nicht anstrengend für jeden halbwegs sportlichen.

Dann genügend warme Kleider einpacken (wirklich warme), da im Hochgebirge enorme Temperaturschwankungen vorkommen. Hab auf den Gletscherbergen da oben locker schon -33 erlebt, und das war nicht im Winter :-)

Grüsse vom Pumori (die noch keine Tourenberichte drin hat, die folgen aber asap :-)

Willem hat gesagt: RE:ernsthafte Ermutigung
Gesendet am 16. August 2010 um 14:24
Liebe Hikrs,

zuerst entschuldige ich für mein schlechtes deutsch. Schon viele Tage habe ich dieser Diskussion im Hikr-Portal gefolgt. Ich möchte mein Gefühl hinzufügen, denn mit den Tipps von Pumori bin ich nicht immer einverstanden. Oder doch, die Tipps sind alle gut, aber es gibt zwei Probleme, die Christine selbst geschrieben hat:

"Wir haben keine Erfahrung mit hochalpinen Wanderungen und eine Bergführung ist uns zu teuer"

Die zwei Probleme sind m.E. also:

1. Wenn man keine Erfahrung mit hochalpinen Wanderungen hat, bringt ein Seil, Pickel und Steigeisen nichts. Was muss man mit diesen Sachen anfangen, wenn man nicht weiss wie man diese benutzen muss??? Und wie können unerfahrene Bergwanderer beurteilen, ob eine Spaltenbrücke halten wird??? Und welch ein Gefahr kann man für seine Begleiter (oder andere Wanderer) bereiten, wenn man in eine Spalte abstürzt und nicht mehr selbst herauskraxeln kann??? Eva79 hat auch schon für diese Gefahren gewarnt.

2. Eine Bergführung ist für Christine zu teuer. Dieser Satz an sich finde ich schon sehr merkwürdig. Renaiolo hat zu Recht gesagt: "Das ist eine ausgezeichnete Investition in die eigene Vorsorge" und Linard03 hat zu Recht gesagt: "Hier wird am falschen Ort gespart!"

Aber davon abgesehen: eine Übernachtung im Gornergrat Kulmhotel ist auch nicht gerade preisgünstig. Ich denke also dass Christine mit diesem Tipp nicht viel anfangen kann, obwohl der Tipp an sich sehr gut ist. Je früher man losgeht, je besser die Chancen dass die Schneebrücken sicher zu überqueren sind.

Wie schon oft vorgeschlagen, würde ich euch empfehlen zuerst einige leichtere Wanderungen zu machen, oder einen Bergführer zu bezahlen für die Gletscherüberschreitung zur Monte Rosa Hütte. Geht zum Beispeil einige Tage zum Berggasthaus Trift, geniesst diese herrliche Umgebung und lasst euch vom sehr freundlichen Wirt Hugo Biner verwohnen. Es gibt in dieser Gebiet zwei Wanderungen (Höhbalmen und Rothornhütte) und eine Alpine Wanderung (Mettelhorn), wo man mit phantastischer Aussicht viel Erfahrung auftun kann. Vielleicht ist das Mettelhorn auch etwas zu anspruchsvoll für Anfänger, aber das Platthorn kann man gut besteigen. Ich habe diese Wanderungen hier ausführlich beschrieben.

Also mein Tipp: nehmt einen Bergführer mit oder macht eine leichtere Wanderung. Die Monte Rosa Hütte werdet ihr sicher einmal erreichen! Aber kommt bitte heil nach Hause!

Mit freundlichen Grüssen,
Willem

xaendi hat gesagt: RE:ernsthafte Ermutigung
Gesendet am 16. August 2010 um 14:35
Als einfachen und kostengünstigen Einstieg in die Welt von Gletscher und Eis kann ich die Gletscherwanderung von der Diavolezza über Pers- und Morteratschgletscher nach Morteratsch empfehlen; eine Gruppentour mit Bergführer für ca. 60.- pro Person.
Das war vor ca. 10 Jahren eines meiner ersten Male auf dem Gletscher. Direkt hinter dem Bergführer gehen, dann kann man ihn auch mal was fragen, z.B. was Routenwahl etc. angeht.
Link: Bergsteigerschule Pontresina

AD1980 hat gesagt: RE:ernsthafte Ermutigung
Gesendet am 16. August 2010 um 14:30
Der Hype um den Hüttenweg ist echt erstaunlich...
Nur soviel: Es gibt dort im Sommer keine "Schneebrücken". Der Gletscher ist von Juni bis September fast immer schneefrei, alle Spalten, Rinnen und Löcher sind gut sichtbar und die Tageszeit eigentlich völlig egal. Es läuft sich sogar besser, wenn das Eis etwas aufgeweicht ist. Ab und zu kann es auch mal im Sommer in dieser Höhenlage (2500-2600m) schneien, eine geschlossene Schneedecke kann sich da aber normalerweise nicht halten.

Willem hat gesagt: RE:ernsthafte Ermutigung
Gesendet am 16. August 2010 um 15:01
Sie haben es genau beschrieben: "FAST immer schneefrei." Aber was wird passieren, wenn's eine Kaltfront mit Schneefällen gibt in der Nacht vom 29. auf 30. August? (Die Übernachtung hat sie schon gebucht!) Es wäre nicht das erste Mal diesen Sommer, dass es Neuschnee ab etwa 2000 m.ü.M. gäbe. Wie werden unerfahrene Wanderer die zugeschneite Spur finden und sich nicht verlaufen? Und wie können die beurteilen ob der Neuschnee Spalten verdeckt?

Es sind nur algemeine Frage, aber ich habe den Eindruck, dass Christine die mögliche Gefahren zu leicht einschätzt. Ein Bergführer könnte jedoch eine sichere Lösung bieten.

Sputnik Pro hat gesagt: Um es auf den Punkt zu bringen
Gesendet am 16. August 2010 um 15:06
Vielleicht geht ja ein erfahrener HIKR am 30./31. zur Monte Rosa Hütte und kann Jan und Christine mitnehmen. Darum geht es ja!

Zudem verlangen die Bergführer wirklich (zu) viel für diese Tour, ich wäre froh um so einen Stundenlohn! Für viele Leute welche nicht so viel verdienen, ist eine geführte Bergtour also ein teures Vergnügen!

Deshalb finde ich es gut dass Christine auf diesem Forum einen erfahrenen HIKR an Stelle eines Bergführers sucht, um sicher und ohne hohe Kosten auf die Monte Rosa Hütte zu kommen.

mde hat gesagt: Also, ich meine ja nur...
Gesendet am 16. August 2010 um 15:52
Soviel vorweg, den Gornergletscher habe ich vor einigen Jahren mal im Mai auf einer Frühlingsskitour zur und von der alten Monte-Rosa-Hütte begangen. Er war zu dieser Jahreszeit schon aper, aufgestiegen sind wir in leichten Turnschuhen (Rotenboden - Hütte in den Skischuhen wäre die Hölle), runter dann mit den Ski übers blanke Eis.

Man kann ja in diesem vorliegenden Fall geteilter Meinung sein, ob man Christine nun ermutigen soll, die Tour auf eigene Faust zu unternehmen, oder ob man eher davon abraten muss. Dass vor allem mit den Kosten argumentiert wird, ist schon etwas speziell - wenn es der Wunsch wäre, etwas in eigener Verantwortung zu machen, so wäre es etwas anderes.

Was mich aber stört, ist die Tatsache, dass hier im Thread nun aber wirklich Unsinn steht. Der Gornergletscher ist an dieser Stelle Ende August aper, somit gibt es keine Spaltenbrücken zu überqueren und ein Aufbruch frühmorgens ist aus diesem Grund nicht nötig. Zwei (!) Eispickel sind auf diesem fast ebenen Gelände doch Blödsinn, ebensowenig braucht es ein Seil. Das ist doch einfach objektiv ein Fakt. Soviel Neuschnee, dass Spalten zugeschneit werden, ist um diese Jahreszeit höchst unwahrscheinlich, und wenn's tatsächlich 1m geschneit hat, tja dann ist der Fall doch auch klar.

Ebenso halte ich Steigeisen für den Gornergletscher nicht für unbedingt nötig. Und wenn man doch welche mitnehmen möchte, so ist das ideales Gelände, um als Anfänger damit vertraut zu werden. Und ja, man kann sich ganz schön die Waden aufschlitzen mit den Dingern, aber es handelt sich hier um Erwachsene, und nicht um Kindergärtler.

Sicher sinnvoll ist der Hinweis, die Tour nur bei stabilem Wetter mit guter Sicht zu unternehmen und sich zuvor an kundiger Stelle über geeignete Bedingungen zu erkundigen. Man darf auch darauf hinweisen, dass es sich um alpines Gelände ohne Hinweisschilder, Bänkli und einen Kiosk oder Notfalldienst um die Ecke handelt. Aber für Leute mit einigermassen wachem Geist, die wissen was eine 5-stündige Wanderung ist, handelt es sich auch nicht um den Weg zum Hades.

katercarlo hat gesagt: RE:Also, ich meine ja nur...
Gesendet am 16. August 2010 um 16:34
Verfolge diesen thread schon eine Weile habe mich aber zurückgehalten weil ich Ferndiagnosen schwierig finde. Nun will ich aber nur schnell sagen dass ich mde's post gut finde... und he: die armen Ski, Respekt! ;)

Bergmonster hat gesagt: RE:Also, ich meine ja nur...
Gesendet am 16. August 2010 um 16:48
na gut, ob eine Spaltenbrücke hält, kann auch ein erfahrener Bergsteiger nicht mit Sicherheit beurteilen. Wenns ne weile lang schönes Wetter gab, ist der Gletscher unten offen, dann sieht man wenigstens alles, wie schon wer erwähnt hat.

jemand hat noch was von 5 Stunden Wanderung geschrieben. No way, 5 Stunden braucht nicht mal das lahmarschigste Faultier weit und breit :-)

Finds allgemein völlig ok, wenn sie sich nach erfahreneren Gspöhnli umsieht, Ihr erinnert euch vielleicht an die ersten Touren... denke die meisten von uns haben die ersten Bergtouren auch hie und da mit Kollegen unternommen, die erfahrener waren und alles zeigen konnten.

PS: seil, pickel usw sind aber immer gut dabei zu haben, damit meine ich nicht zwingend für den meist ausgetrockneten Gletscher hinter dem Gornergrat, sondern wenn sie spontan Lust haben ev noch auf die Margherita Hütte rauf zu gehen oder so.. (eben am besten mit Gspöhnli die sich dort auskennen :-)

AD1980 hat gesagt: 5h
Gesendet am 16. August 2010 um 17:16
5h sind die offizielle Zeit für Hin- und Rückweg ab Rotenboden. Ich gehe davon aus, dass mde das so gemeint hat.

Bergmonster hat gesagt: RE:5h
Gesendet am 16. August 2010 um 20:36
ah ok :-) das kommt hin

Willem hat gesagt: Vielleicht verstehen manche Leute mich nicht genau (und das ist wahrscheinlich mein Fehler:P)
Gesendet am 16. August 2010 um 16:48
Liebe Hikrs,

natürlich wäre es eine ganz gute Idee, wenn ein sehr erfahrener Hikr Christine und Jan begleiten würde. Besser wäre m.E. ein Bergführer, dann hat man sicher einen wirklich erfahrenen und professionellen Begleiter, aber eben. Hier sehe ich keine Probleme...Obwohl ich gespannt bin ob es ein Hikr gibt, der zwei unerfahrene Leute mitnehmen will. Aber wenn ein erfahrener Hikr diese Verantwortlichkeit tragen will, be my guest!

Ich habe aber den Eindruck, dass Christine und Jan auch ohne Begleitung oder mit anderen unerfahrenen Leuten zur Hütte gehen wollen, wenn kein erfahrener Bergsteiger sich als Begleiter meldet. Also, das finde ich keine gute Idee. Dann kann man Seil, Pickel, Skistöcke, Steigeisen oder sogar den ganzen Bergsteigershop mieten, aber wenn man nicht weiss, wie man diese Sachen nutzen muss, macht das die Gletscherüberquerung nicht weniger gefährlich. Ich wollte nur deutlich machen, dass ich diese Option keine gute Idee finde.

Ich weiss das es über Erwachsene handelt und nicht über Kinder. Aber Erwachsene die ohne irgendwelche Erfahrung und ohne Begleitung auf den Gornergletscher gehen, finde ich keine gute Idee. Schlechte Verhältnisse sind auch nicht ausgeschlossen, wenn man weit im voraus eine Übernachtung bucht. Niemand weiss wie das Wetter am 30. August ist!

Ich weiss auch dass es viele unerfahrene Leute gibt, die die Gletscherüberquerung machen und wieder heim zurück kehren. Gletscher sind aber m.E. für erste Kontakte mit den Bergen nicht geeignet, auch nicht bei ganz guten Verhältnissen!

Kurz gesagt: ich finde es toll dass Christine sich erkundigt hat auf Hikr und Begleitung sucht, aber ohne professionelle Begleitung würde ich diese Tour nicht empfehlen. Natürlich gibt es Leute die das Ganze anders einschätzen, aber ich bin einfach ein vorsichtiger Typ:).

LG Willem

Bergmonster hat gesagt: RE:Vielleicht verstehen manche Leute mich nicht genau (und das ist wahrscheinlich mein Fehler:P)
Gesendet am 16. August 2010 um 20:53
ich denke schon dass sie bei diversen erfahrenen Leuten anschluss finden können, denke das Problem läge eher darin, dass efahrene Bergsteiger von dort aus nicht gleich wieder retour wollen, sondern in der Regel von da aus Touren unternehmen (Nordend, Dufour oder Margherita Hütte etc).

Ich denke, nach all den Beiträgen wird sie sich ein gründlicheres Bild von der Sache machen können und selber entscheiden, welches Risiko sie bereit ist, zu tragen. Das tun wir ja alle, auch im Alltäglichen. Its not about the risk - its about calculating it. Wobei man für nichts eine Garantie hat. auch nicht mit Bergführer. Es sind sogar schon auf dem Breithorn, dem Idiotenhügel von Zermatt, Unfälle passiert. Das würd auch niemand denken.. und dennoch kann man selbst dort Pech haben.

Auf jeden Fall empfehl ich auch dringendst aufs Wetter zu achten. Wenns da oben tobt, wirds wirklich ungemütlich. Und wenn eine Gruppe unerfahrene zusammen gehen will, am besten 2 Seilschaften machen, denn wenn der einen was passiert, kann die andere immer noch Hilfe rufen. Klingt blöd aber ist plausibel. PS: Swisscom hat dort überall Empfang :-)

eva79 hat gesagt: RE:Vielleicht verstehen manche Leute mich nicht genau (und das ist wahrscheinlich mein Fehler:P)
Gesendet am 17. August 2010 um 08:19
@Pumori: Bist Du schon mal auf einem aperen, teilweise mit Moränenschutt bedeckten Gletscher mit Seil und Bremsknoten gelaufen? Vermutlich nicht, denn sonst wüsstest Du, dass das unsinnig ist; abgesehen davon ist die Spaltensturzgefahr auf einem aperen Gletscher eher gering;-).
Und Bergwanderer sollten sicher NICHT Richtung Margheritahütte laufen, denn der Grenzgletscher ist weiter oben tatsächlich nicht mehr aper und da gibts auch einige Fallöcher.
Ansonsten ist eh alles gesagt, entweder noch warten und sich an harmloseren Begehungen üben oder mit Führer gehen.

Bergmonster hat gesagt: RE:Vielleicht verstehen manche Leute mich nicht genau (und das ist wahrscheinlich mein Fehler:P)
Gesendet am 17. August 2010 um 08:42
hehe da hast du natürlich recht, tatsächlich war ich nicht im sommer da oben, sondern mal in nem frühling als es wirklich viel schnee hatte. bei moränenschutt macht das null sinn

Margheritahütte ist kein problem, sofern erfahrene leute dabei sind.

Willem hat gesagt: Noch etwas...
Gesendet am 17. August 2010 um 12:26
mde schreibt, dass "das Gelände fast eben ist". Also, wie sieht das denn auf diesem Bild aus? Oder schaut mal hier oder hier, wie "eben" das Gelände nicht ist! Nein, es ist sehr wahrscheinlich nicht der Weg zum Hades, aber "eine 5-stündige Wanderung" ist es auch nicht oder? Schaut doch mal hier, das nenne ich "eben", aber auch für Anfänger ohne Führung meiner Meinung nach nicht geeignet.

Dann gibt's auch noch den Vorschlag um weiter zur Capanna Margherita aufzusteigen. Also Pumori, nimmst du diese Leute, die du gar nicht kennst, mit auf einer Hochtour? Du musst doch wissen dass DU ALS ERFAHRENSTE VÖLLIG VERANTWORTLICH bist wenn etwas passiert?! Was weisst du denn von diesen Leuten? Die haben keine alpine Wandererfahrung. Wie ist die Kondition? Sind die schon akklimatisiert? Was können die machen wenn dir etwas passiert?

Erfahrene Bergsteiger werden sicher wissen dass sie die VÖLLIGE Verantwortlichkeit tragen, wenn sie Christine und Jan mitnehmen zur MR-Hütte (oder sogar noch weiter hoch, aber das wäre wirklich Wahnsinn finde ich). Wenn man das weiss, dann bin ich mal gespannt wer mit völlig unbekannten Leuten in die Berge geht und diese Verantwortlichkeit tragen will. Aber wie gesagt, wenn ein Hikr das gerne macht, kein Problem.

Christine und Jan, liest bitte diesen Eintrag von Delta. Und der Vorschlag um zur Capanna Margherita weiter zu steigen finde ich für unerfahrene Leute sehr unverantwortlich!

Entschuldigung für die Fehler in meinen Nachrichten und mein Pessimismus, aber ich habe hier einige meiner Meinung nach sehr unverantwortliche Vorschläge und Aussagen gelesen. Meine Meinung sollte jetzt deutlich sein. Christine und Jan, ich wünsche euch viel Weisheit bei euerer Entscheidung und vor allem eine schöne und unfallfreie Tour!

LG, Willem

Bergmonster hat gesagt: RE:Noch etwas...
Gesendet am 17. August 2010 um 16:25
finde deine Reaktion agressiv und schade. es ist nicht alles immer schwarz oder weiss. was soll das heissen, "leute die du gar nicht kennst"? auch leute die man "kennt" können sich auf dem Berg zu einem Problem entwickeln und umgekehrt. Meiner Meinung nach Gehört zum Alpinismus auch eine Portion Kameradschaft, wo man sich gegenseitig unterstützt und so auch mal neuen "Gspöhnli" eine Tour zeigt.

Und hier ist nicht etwa von einer halsbrecherischen Tour wie etwa der Magic Line am K2 die Rede, sondern von einer kurzen Wanderung zu einer Hütte, die halt etwas höher gelegen ist als der Wurstladen zuhause um die Ecke.

Um noch was zur Akklimatisation zu sagen. Der Sauerstoff Partialdruck ist auf 3'000m noch nicht wirklich tief, sodass nichts Ernstes wie ein Höhenlungenödem oder Hirnödem riskiert wird. Man ist als jemand, der Höhenexposition nicht gewohnt ist, ausdauermässig nicht ganz so schnell wie im Flachland, aber bei dieser Strecke ist das nicht von Bedeutung. Wegen 2-3 h wandern wird kaum einer an Erschöpfung zusammenrbechen, und wenn doch, dann wird sich dies schon sehr schnell anhand gänzlich fehlender Kondition zeigen, sodass noch genügend Zeit für einen Rückzug besteht. Doch wie gesagt enorm unwahrscheinlich. Über sowas kann man sich meines Erachtens beispielsweise bei einer Lyskamm Überschreitung Sorgen machen. Im Übrigen (für wens interessiert) dauert eine Höhenadaption sowieso mehrere Wochen (erythropoese)

Willem hat gesagt: RE:Noch etwas...
Gesendet am 17. August 2010 um 17:07
Pumori, wo meine Reaktion agressiv ist, weiss ich nicht...ich habe nur einige Frage gestellt zum Überdenken. Vielleicht ist mein deutsch nicht ausreichend um die Nuance deutlich zu machen. Wieso meine Reaktion schwarz-weiss ist, ist mir auch schleierhaft. Wenn man Leute gut kennt, hat man mindestens ein Bisschen eine Ahnung, welche Touren diese Leute meistern können. Meine Mutter würde ich z.B. nicht zur MR-Hütte hinaufschleppen, denn ich weiss dass sie nicht komplett schwindelfrei ist (obwohl sie viel Wandererfahrung hat). Aber mit meiner Freundin würde ich diese Tour veilleicht machen, denn ich weiss was sie schon gemacht hat in den Bergen und wie sie Stellen im T3-T4-Bereich gemeistert hat. Dann darf man sich normalerweise die Tour zur MR-Hütte zutrauen. Natürlich kann man dann immer noch auf Probleme und Gefahren stossen, aber die kann man wahrscheinlich ziemlich gut bei der Tourenwahl und mit einer guten Vorbereitung im voraus einschätzen. Bei völlig unerfahrenen Unbekannten liegt die Sache aber anders oder? Vielleicht haben die auf einem T3-Pfad schon viele Probleme! Das kann man einfach aus der Ferne nicht wissen. Wenn du das schwarz-weiss nennst, verstehe ich das nicht.

Nein, est handelt sich nicht um eine ungemein gefährliche Tour wie K2, aber es handelt sich wohl um völlig unerfahrene Leute, die vielleicht ohne Begleitung auf einen spaltenreichen und sicher nicht flachen Gletscher gehen wollen! Und dann schlägst du vor um noch ein Stück zur Capanna Margherita hochzusteigen? Es tut mir leid, aber das finde ich wirklich keine gute Idee!

Deiner Meinung nach gehört zum Alpinismus auch eine Portion Kameradschaft...damit stimme ich sehr zu. Aber meiner Meinung nach gehört zum Alpinismus auch der Pflicht, unerfahrene Leute auf Gefahren zu weisen, an denen sie vielleicht ohne professionelle Begleitung nicht gewachsen sind!

Deine Aussage "von einer kurzen Wanderung zu einer Hütte, die halt etwas höher gelegen ist als der Wurstladen zuhause um die Ecke" ist vielleicht nicht falsch für geübte Berggänger wie du, aber es könnte Anfänger einladen um diese durchaus alpine Wanderung auch ohne Begleitung zu machen!

Ich werde versuchen mich nicht mehr mit dieser Diskussion zu bemühen. Meine Meinung ist hoffentlich inzwischen deutlich und Christine und Jan müssen selber die Entscheidung nehmen. Hoffentlich erfährst du diese Reaktion nicht als agressiv und verstehst du, aber vor allem Christine und Jan, meine Gedanken.

Gr Willem

Bergmonster hat gesagt: RE:Noch etwas...
Gesendet am 17. August 2010 um 21:25
mit Aggro meinte ich die -zumindest für mich- negativ klingenden Comments in Bezug auf die Verantwortlichkeit. Das hatte für mich einen vernichtenden Beigeschmack, so als ob man vor einem Menschenrechtstribunal über irgend etwas grauenhaftes Rechenschaft ablegen müsste.

Aber Du hast ja nun erklärt wie es gemeint war, nämlich gar nicht abwertend, und das find ich schön von dir. Ich denk das wichtigste bleibt immer (egal zu welchem Thema), dass man auch bei Diskrepanzen miteinander reden kann und sich wieder findet, denn wir sind ja alle da um einander gegenseitig nett gemeint zu helfen :-)

PS: noch kurz dazu wie ich es gemeint hatte. Das mit der Margherita Hütte meinte ich natürlich nur in entsprechender Begleitung. Ich würd die auch nie allein da hoch schicken bei der ersten Bergtour. Dass die Wanderung für nicht trainierte mehr ist als nur ein Spaziergang zum Wurstladen, ist auch korrekt. Ich hatte lediglich die Risikoverhältnisse relataivieren wollen, und auch wenn es Leute gibt, die auch auf kurzen Touren Schwierigkeiten haben, bleibt dies doch ein Ort mit einer guten Rückzugsmöglichkeit. Das Risiko der objektiven Gefahren beläuft sich somit in einem einigermassen kalkulierbaren Rahmen.

Grüsse retour

Bergmonster hat gesagt: RE:Noch etwas...
Gesendet am 18. August 2010 um 09:23
PS: Pumori = Bergmonster (username geändert, hab den immer haben wollen aber es klappte nicht bei der ursprünglichen Anmeldung)

Willem hat gesagt: Der wirklich letzte Eintrag meinerseits
Gesendet am 18. August 2010 um 17:56
Liebe Hikrs,

obwohl ich versprochen hatte, mich nicht mehr mit dieser Diskussion zu bemühen, möchte ich zum Schluss versuchen deutlich zu machen was ich meinte mit der "Verantwortlichkeit", die der Erfahrenste trägt:

"Hier handelt jeder grundsätzlich auf eigenes Risiko. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Ist ein Bergführer oder ein Teilnehmer dabei, der über eine sehr viel größere Bergerfahrung verfügt als die anderen Teilnehmer, so kann er eine „Garantenstellung“ einnehmen. Das heißt, er kann unter Umständen für die Sicherheit anderer Teilnehmer verantwortlich sein und auch haftbar
gemacht werden."

Dieses Zitat kann man auf dieser Seite nachlesen (Seite 1 bis 4).

Ich fand es wichtig genug, dass noch mit euch zu teilen. Vielleicht gibt's noch Leute, die das nicht wussten.

LG, Willem

whannes hat gesagt: Tagi Online
Gesendet am 6. September 2010 um 06:34
So wie es aussieht, kommt es wegen vieler unzureichend ausgerüsteten Touristen häufig zu Unfällen und Rettungen rund um die neue Monte Rosa Hütte SAC:

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Gefaehrlicher-Andrang-auf-MonteRosaHuette-/story/27404496

Bergmonster hat gesagt: RE:Tagi Online
Gesendet am 6. September 2010 um 09:03
«Die Leute wollen wissen, wie viele Parkplätze es vor der Hütte hat»

===> LMAO, priceless :-))) wie geil ist das denn


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