Drohnen in den Bergen


Publiziert von Gorilla, 18. Februar 2019 um 17:52. Diese Seite wurde 1565 mal angezeigt.

Seit einigen Monaten gibt es eine (Mode-)Erscheinung: Drohnen-Fotografie auf Bergwanderungen. Mittlerweile gibt es User, welche Berichte mit Drohnenvideos posten. Persönlich fühle ich mich massiv gestört, wenn wie im letzten Sommer im Gebiet Lagh da Saoseo geschehen, eine Drohne 50 m über den Köpfen von Bergwanderen gesteuert wird. Die Lärmbelästigung ist unerträglich. Bin ich zu sensibel im Anspruch, in der natürlichen Bergwelt solche Immissionen nicht dulden zu wollen? Stellt sich noch die Frage ob sich Drohnenpiloten an einschlägige Gebote und Verbote halten, wie beispielsweise hier.

Was meinen andere hikr?



Kommentare (22)


Kommentar hinzufügen

Sputnik Pro hat gesagt: Oje...
Gesendet am 18. Februar 2019 um 18:37
... Leben und leben Lasse. Vor allem weil es sogar in den schweizer Alpen mehr als genügend Platz für einsame Touren gibt. Es ist einfach traurig, dass der "Bünzlischweizer" nach immer mehr Verboten, Regeln und Verordungen schreit.

Ich bin viel in den Bergen unterwegs und habe noch NIE ein Wanderer mit Drohne gesehen. Das Thema ist etwa so absurd wie das Thema Burkaverbor. In Basel ist mir übrigens im ganzen Leben nur einmal eine Burkträgerin vorbeigehuscht.

Also Gorilla, vergiss das Thema Drohnen, geniesse die Natur auf Wanderungen und vergeude dein wertvolles Leben nichi über solche Kleinigkeiten!

Vonti* hat gesagt: Alpin Kanal
Gesendet am 18. Februar 2019 um 20:15
Mir gefallen Touren-Videos - gelegentliche Drohnenflüge stören mich überhaupt nicht. Insbesondere der Alpin Kanal ist sehr gelungen (Touren auf Gipfelbuch). Die Flugaufnahmen sind faszinierend, die Musik knackig - da scheut jemand keinen Aufwand!

georgb Pro hat gesagt: Drohnenkrieg
Gesendet am 18. Februar 2019 um 21:23
Das seh ich anders. Uns hat mal eine Drohne 20 Minuten begleitet. Der unsympathische durchdringende Lärm hat sämtliche Wildtiere verscheucht und mich richtig aggressiv gemacht. Selig diejenigen, die damit entspannt umgehen können, ich hasse sie!

Kopfsalat Pro hat gesagt: RE:Drohnenkrieg
Gesendet am 18. Februar 2019 um 22:50
Wir wurden auch mal von einer Drohne überrascht. Wobei wir zuerst werweissten, was das für ein seltsames Geräusch ist. War schon ein komisches Gefühl, da von jemandem beobachtet zu werden, während man meint, mutterseelen allein unterwegs zu sein.

50m weiter standen dann die beiden Jungs. Taten völlig ahnungslos, als sie sahen, dass wir sie auch sahen. Packten dann aber ihren Krempel zusammen verliessen uns leider, bevor wir ihnen einen freundlichen Rat geben konnten.

Wenns sowas günstig gibt, werde ich mir mal so einen Pfeilbogen mit Netzwerfer kaufen.

Ach ja, natürlich befanden wir uns dabei die ganze Zeit in einem Naturschutzgebiet.

georgb Pro hat gesagt:
Gesendet am 19. Februar 2019 um 19:58
Wir hatten die Ehre im Naturpark! Fanes-Sennes-Prags. Dort sind vielleicht Pfeil und Bogen erlaubt, werd mich mal erkundigen ;-)

silberhorn Pro hat gesagt: Burkaträgerin
Gesendet am 18. Februar 2019 um 22:01
Anscheinend bist nicht häufig in Basel.
Habe im Kleinbasel schon mehrere angetroffen.

detlefpalm Pro hat gesagt: RE:Burkaträgerin
Gesendet am 19. Februar 2019 um 20:09
Und haben sie dir was getan?

silberhorn Pro hat gesagt: RE:Burkaträgerin
Gesendet am 19. Februar 2019 um 21:54
Seltsamer, für mich unverständlicher Kommentar, da ich zwischen ihm und der aufgeführten Tatsache keinen Zusammenhang erkenne. Einzige Antwort welche ich Dir geben kann.

xaendi hat gesagt:
Gesendet am 18. Februar 2019 um 22:16
Ich habe selber eine Drohne, und habe sie auch schon gelegentlich auf Touren mitgenommen. Bisher bin ich gut damit gefahren (geflogen?), die Leute jeweils kurz um Erlaubnis zu fragen, und ihnen eine Kopie des Fotos zu offerieren. Sind zu viele Leute an einem Ort um alle zu fragen (z.B. bei einer Hütte oder am Gipfel), verzichte ich auf einen Flug. Ich war im letzten Sommer auf dem Sustenhorn, und da flog während 10 Minuten eine Drohne rum; der Pilot zeigte sich uneinsichtig und beharrte auf sein Recht rumzufliegen - das fand schon unangemessen und störend.

Betreffend der Flugverbotszonen: Hier verfügen viele Modelle (z.B. diejenigen der verbreiteten Marke DJI) über eingebaute Warnfunktionalitäten. Jagdbanngebiete werden dort aber meines Wissens nicht ausgezeichnet - da bedarf es wohl noch einer besseren Sensibilisierung.

Chrichen Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 20. Februar 2019 um 07:57
Das BAZL schreibt:
"Ohne Bewilligung fliege ich nicht (...) Über oder näher als 100 m von Menschenansammlungen"
Das gilt für Drohnen ab 500g Gewicht.
Damit dürfte das gut besuchte Sustenhorn oft problematisch sein für einen Drohnenflug :-)
Der Kommentar ist eigentlich nicht ganz so ernst gemeint, aber scheinbar redet man in diesem Zusammenhang ab 24 Personen von einer Menschenansammlung. Das kann auf beliebten Gipfeln ja schon mal erreicht werden.

xaendi hat gesagt: RE:
Gesendet am 20. Februar 2019 um 19:48
Es war in der Tat so, dass der Gipfel gut besucht war. Meine Drohne ist ca. 450g Gramm schwer, würde also streng gesehen nicht mal in die Kategorie fallen.

mong Pro hat gesagt:
Gesendet am 19. Februar 2019 um 02:54
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass mich so ein Dröhnchen nerven würde.
Im Gegenteil, ich wäre daran interessiert, wie man so ein Flugi steuert
und würde wahrscheinlich ein paar dumme Fragen stellen.

detlefpalm Pro hat gesagt: Wir wollen doch ins Netz, oder nicht?
Gesendet am 19. Februar 2019 um 20:25
Die meisten Hikr, die hier posten, wollen sich doch mitteilen und über ihre Taten berichten - zumindest für jeden der hier 15,000 angemeldeten Users (inclusive Karteileichen) - und hoffentlich noch viel mehr! Und jeder freut sich wenn seine Tourfotos favorisiert oder seine Einträge kommentiert werden. Ein bisschen Drohnen-footage macht keinen Unterschied zu den paar Gipfel- oder Hütten- Fotos anderer, auf denen man dann auch erscheint, und wovon das meiste eh auf den Cybermüllhaufen kommt.

Ich kann mir vorstellen, dass eine ähnliche Debate stattfand, als die ersten Reise-Fotoapparate erfunden wurden.

georgb Pro hat gesagt:
Gesendet am 19. Februar 2019 um 21:40
Hey Detlef, es geht hier um Lärmbelästigung. Hast du schonmal eine Drohne 20 Meter über dir gehört? Mit meiner Kamera hält sich das in Grenzen, außer wenn der Autofokus piepst ;-)

akka hat gesagt: Flying circus
Gesendet am 19. Februar 2019 um 20:32
Drohnen und Steine. Was so alles durch die Luft fliegt... Erfahrungsgemäss verschwindet das erste Flugobjekt, wenn sich ihm das zweite nähert.

Chrichen Pro hat gesagt:
Gesendet am 20. Februar 2019 um 07:40
Aktuell sehe ich (noch) kein allzu grosses Problem mit Drohnen. Ich schaue mir die Videos eigentlich noch gerne an. Ist halt eine völlig neue Perspektive. Allzu oft begegnet man ja Drohnen auch nicht. Wenn, dann ist es für mich eher ein Event. Und in 15-30 Minuten ist der Akku ehh leer. Regeln müssen natürlich eingehalten werden.
Potentiell problematisch sehe ich eher den Blick in die Zukunft. Falls sich das Mitführen von diesen Flugobjekten weiter verbreitet, und Akkulaufzeiten länger werden, dann könnte die Lärmbelästigung schon mühsam werden...

Schneemann hat gesagt:
Gesendet am 20. Februar 2019 um 18:19
Schwieriges Thema. Mich nervt das Geräusch der Drohnen doch sehr. In stark bewanderten Gebieten, wie dem Alpstein, findet man solche Drohnen leider schon sehr oft vor. Allerdings gibt's ein paar Einschränkungen:
- Ich sehe diese Drohnen fast immer nur an den leicht erreichbaren HotSpots, wo eh viel los ist. Von Ruhe kann da sowieso keine Rede sein. Entfernt man sich davon, dann hat man üblicherweise (noch) seine Ruhe.
- Im Vergleich zu den ebenfalls sehr häufig fliegenden Helikoptern sind die Drohnen Entspannung pur. DAS ist eine ganz andere Lärmbelastung. Und leider fliegen die Helis mittlerweile auch fast schon im Dauerbetrieb alle Hütten in den Tourigegenden an. Noch schlimmer ist's in den Wintersportgebieten (wie Zermatt).
- Mir gefallen die Drohnenvideos extrem gut. Die geben den "Berichten" noch ein ganz anderes Gefühl nahe drann zu sein. Darauf verzichten wäre dann auch irgendwie schade.

sniks hat gesagt:
Gesendet am 20. Februar 2019 um 23:31
Vor ein paar Jahren waren wir klettern, und als wir zum Auto zurück kamen, flog auch plötzlich eine Drohne über unseren Köpfen hin und her. Weit und breit keine Person zu sehen.
Und: kurz vorher war ich noch ganz in der Nähe vom Auto in einer Nische austreten. Wäre die Drohne etwas früher gekommen, wär ich unter Umständen beim pinkeln von der Drohne überrascht worden. Kein angenehmer Gedanke, das braucht niemand.

roger_h Pro hat gesagt:
Gesendet am 21. Februar 2019 um 07:51
Ich war letzten Sommer wieder einmal in der Region um Zermatt bergsteigen und da hat den ganzen Tag irgendwo ein Helikopter geknattert, manchmal auch mehrere. Da wäre das Geräusch einer Drohne gar nicht aufgefallen!

chrs hat gesagt: Fass!
Gesendet am 21. Februar 2019 um 10:34
https://www.swissinfo.ch/image/43927046/3x2/640/426/aa44444aa2308b0aed6bd8e23dc7aec5/yK/271488850-jpg.jpg

chrs hat gesagt: RE:Fass!
Gesendet am 21. Februar 2019 um 10:52
Mal ernsthaft:

Es gibt tatsächlich Drohnenaufnahmen die ich faszinierend finde, z.B. hab' ich einmal eine Aufnahme gesehen, wo eine Drohne durch eine enge Klamm "düst" (sicherlich nicht einfach). Die typ. Aufnahmen, der Marke "Gipfel, wo eine Drohne aufsteigt" find ich dagegen langweilig. Das war die Konsumentensicht von mir. Zur Beteiligtensicht, sagen wir mal, ich hock aufm Gipfel und neben mir zieht ein Drohnenpilot seine Show ab. Ich glaube mich würde es stören, vielleicht so, wie wenn einer die Smartphonebox auf volle Lautstärke dreht und mich im Vorübergehen mit seiner Musik beglücken will oder im Sommer am See. Was Drohnen für Auswirkungen auf tiere haben kann ich nicht sagen, wahrscheinlich werden sie als Greifvögel wahrgenommen (?)

Winterbaer Pro hat gesagt: RE:Fass!
Gesendet am 21. Februar 2019 um 16:00
> Was Drohnen für Auswirkungen auf tiere haben kann ich nicht sagen

Es gibt viele Artikel darüber im Netz. In keinem steht, dass es die Wildtiere gar nicht stören würde.

Drohnen als Gefahr für Wildtiere
"Als Beispiel nennen sie Gämsen, die von einem Quadrocopter aufgeschreckt werden könnten, in Panik geraten und davonhetzen. Das schattenwerfende Fluggerät werde von den Gämsen wie einer ihrer Hauptfeinde, der Steinadler, wahrgenommen. Ebenso heikel sei der Flug in der Nähe von Brutfelsen und Horsten."...."Insbesondere im Winter seien solche Störungen lebensgefährlich für die Tiere"

Schluss mit dem tödlichen Drohnenspaß
"Da waren die Videos von Gämsen im Säntisgebiet, die von heranbrausenden Drohnen aufgescheucht werden. Oder der Graureiher, der in einem Vogelschutzgebiet von einem Drohnenpiloten regelrecht gejagt wurde." .."Was manchem Drohnenpiloten Spass macht, kann für die Tiere tödlich sein."

Rücksicht beim Fliegen mit Drohnen, Vogelwarte.CH
"Drohnen werden immer häufiger und zu vielerlei Zwecken eingesetzt, und sie dringen auch in Gebiete ein, welche bisher wenig oder gar nicht durch Störungen beeinträchtigt waren. Vögel und andere Wildtiere können Drohnen als Bedrohung wahrnehmen, was zu Stress führt, sie in die Flucht treibt oder zu Angriffen provoziert. Das ist eine Belastung für die Tiere und kann das Überleben und den Fortpflanzungserfolg beeinträchtigen."

Baerenvideo verdeutlicht die Risiken von Drohnenaufnahmen
"Tatsächlich könnte die Anwesenheit der Drohne – und der Drang, vor ihr zu flüchten – erklären, warum die Mutter und ihr Junges überhaupt so gefährliches Terrain durchquerten. Für gewöhnlich vermeiden Mütter mit so jungem Nachwuchs gefährliche Reisen, wenn sie nicht absolut notwendig sind."

Vögel und Drohnen keine himmlische Lovestory
"Sie brummen wie lästige Insekten und fliegen immer häufiger über unsere Köpfe hinweg: Sogenannte Spielzeug-Drohnen. Doch wer als Hobby-Pilot in der Natur unterwegs ist, stört häufig Vögel, die Drohnen als Gefahr wahrnehmen. Dies könnte langfristig zu einer Bedrohung bestimmter Vogelarten führen."

Drohnen ferngesteuerte Gefahr für Vögel
"Drohnen werden immer besser und billiger. Die Wissenschaft setzt sie zum Tierschutz ein, doch der Normalbürger will damit spektakuläre Tiervideos drehen. Und nimmt nur selten Rücksicht auf die Vogelwelt."

Hilfreich kann dagegen eine Drohne für die Bauern im Frühjahr vor der Mahd zum Auffinden von Jungtieren im hohen Gras sein.
"Als erste Jagdgenossenschaft im Berchtesgadener Land hat die Jagdgenossenschaft Högl ein großflächiges Gebiet überfliegen lassen, um Rehkitze oder Hasen vor dem Tod durch das Mähwerk zu bewahren."



Kommentar hinzufügen»