Schmerzen im Oberschenkel seitlich (Trochanter?)


Publiziert von Wanderer82, 7. Juni 2018 um 11:22. Diese Seite wurde 610 mal angezeigt.

Hallo zusammen

Ich wandere ja schon seit einigen Jahren und hatte auch schon wenige gesundheitliche Schwierigkeiten / Wehwehchen (1x Knie, 1x Hüfte), welche aber nur sehr vorübergehend (wenige Wochen) anhielten und zu ertragen waren. Nun habe ich ein neues Problem und wollte mal fragen, ob vielleicht jemand einen Tipp hat:

Dieses Jahr habe ich zuerst problemlos drei längere Wanderungen gemacht (20-25 Kilometer und > 1000 Höhenmeter auf und ab). Anschliessend wollte ich das Hochsteigen trainieren und wollte eine knapp 2 Kilometer Strecke mit 475 Höhenmetern Differenz immer wieder hoch- und runterwandern. Dies tat ich auch und dazu relativ zügig mit nur sehr wenig Pause. Ich benötigte jeweils ca. eine knappe Stunde hoch und eine knappe halbe Stunde runter. Beim dritten Mal fing es erstmals an leicht zu schmerzen beim Bergaufwandern. Und zwar spürt man die Schmerzen seitlich am oberen Ende des rechten Oberschenkels, etwa auf Gesässhöhe am spürbaren Knochen (denke: Trochanter major). Ich habe dann trotzdem weitergemacht, wobei der Schmerz beim Bergabgehen nicht spürbar war. Beim vierten Hochsteigen musste ich dann schon tapfer sein. Und auch ein 4 1/2. Mal habe ich es noch hoch geschafft, dann bin ich - allerdings aus Konditionsgründen - wieder umgekehrt. Der Schmerz wurde im Verlauf des Hochwanderns immer stärker und strahlte dann auch in Richtung Gesäss und Oberschenkelmuskeln aus. Am nächsten Tag hatte ich Mühe beim Gehen. Nach 2 Tagen war es allerdings auch schon wieder weg. 3 Tage darauf bin ich wieder wandern gegangen, wieder ein steiler Weg, jedoch nur 600 Höhenmeter am Stück (gleich zu Beginn). Ziemlich genau nach 1 1/4 Stunden und gut 500 Höhenmetern stellte sich der Schmerz langsam wieder ein. Beim Abwärts- und Geradeausgehen kaum was zu spüren. Musste mich dann nochmal eine Steigung hochkämpfen, da zwickte es schon arg. Ich vermutete eine Schleimbeutelentzündung und ging wieder 6 Tage nicht wandern und nahm diesmal zusätzlich morgens und abends 250mg Naproxen während einer Woche, um die Heilung der Entzündung zu beschleunigen, dazu lokal Salbe. Am 7. Tag eine sehr leichte Wanderung mit kaum Höhenmetern bzw. nur leichter Steigung. Keine Schmerzen. 3 Tage Pause, wieder eine leichte Wanderung, diesmal etwas mehr Höhenmeter und wenig steiler. Keine Schmerzen. Wieder 4 Tage Pause, gestern erneut eine Wanderung, diesmal steil hoch 700 Höhenmeter. Just nach 550 Höhenmetern und ca. 1 1/4 Stunde Wandern ging es wieder los. Ich versuchte dann vorsichtig zu gehen und so schaffte ich es auch, dass der Schmerz relativ mild blieb. Am Abend habe ich es dann trotzdem gespürt. Gehe also davon aus, dass es sich überhaupt noch nicht richtig erholt hat. Nun überlege ich, 3 Wochen lang zu schonen und nochmals Naproxen in etwas höherer Dosis zu nehmen. Danach bei den Höhenmetern nur ganz langsam steigern, wird mir aber unglaublich schwer fallen, da ja jetzt die Saison für höher gelegene Touren in 3-4 Wochen beginnt..

Vielleicht noch folgendes: Der Schmerz betrifft nur ein und immer dasselbe Bein. Es ist so eine Art Ziehen / Stechen. Schuhe habe ich nicht neu gekauft, die trage ich schon seit etwa 3 Jahren. Bei Geradeaus- und Abwärtsgehen treten die Schmerzen nicht auf und verstärken sich auch nicht deutlich, wenn sie schon da sind. Am schlimmsten sind Strecken, die steil sind und hohe Tritte haben, d.h. wenn ich mit dem Bein den Körper nach oben drücken muss. Der Schmerz ist beim Hochdrücken am stärksten. Strecke ich dabei das Bein nicht komplett durch und lasse die Knie leicht gebeugt, ist der Schmerz deutlich schwächer. Ebenso ist der Schmerz sehr schwach, wenn ich beim Auftreten mit dem Bein darauf achte, den Fuss schön parallel zu setzen und beim Abstossen das Knie / den Oberschenkel relativ stark gegen innen drehe (kleine Rotation). Der Knochen auf der Seite (mutmasslich Trochanter major) ist auch druckempfindlich. Wenn die Schmerzen also da sind und man dann noch auf den Knochen drückt, spürt man, dass die Schmerzen von dieser Region kommen. Nach etwa 2-4 Tagen Ruhe sind die Schmerzen jeweils wieder weg. Während den Erholungstagen spüre ich auch einen leichten "Schmerz" z. B. am Morgen, wenn ich in der Nacht auf der Seite gelegen habe (wie ich eigentlich immer schlafe).

Tja, also das sind mal einige Informationen. Falls ihr noch Genaueres wissen müsst, nur zu. Vielleicht kommt das jemandem ja sehr bekannt vor und kann mir noch einen Ratschlag geben.

Besten Dank und Grüsse
Thomas



Kommentare (5)


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roger_h Pro hat gesagt:
Gesendet am 7. Juni 2018 um 12:58
Ich kenne Beschwerden am Trochanter Major oder auch "Grosser Rollhügel" leider nur allzu gut.
Eine fortgeschrittene Schleimbeutelentzündung in diesem Bereich würdest du gemäss meiner Physio auch beim Liegen auf der Seite bemerken bzw. tritt dieser auch in Ruhe auf.
Bei mir scheint es ein muskuläres Problem zu sein und ich bekomme es relativ gut in den Griff mit Übungen, die den Tractus iliotibialis dehnen und kräftigen. Einfach mal nach "Übungen Tractus iliotibialis" googlen. Weiter können Übungen mit einer sog. Faszienrolle oder neudeutsch bzw. Markenbezeichnung "Blackroll" hilfreich sein.
Ich würde dir empfehlen, mit dem Hausarzt zu sprechen oder mit einem Physiotherapeuten.

Gruss und viel Erfolg
Roger

rihu Pro hat gesagt: Trochanter maior
Gesendet am 7. Juni 2018 um 13:37
Salü Thomas

ich würde mich einmal mit dem Hausarzt darüber unterhalten. Vielleicht hilft Physiotherapie etwas.

Gruss, Richard

kopfsalat Pro hat gesagt:
Gesendet am 8. Juni 2018 um 07:29
Unbedingt zum Arzt gehen. Könnte auch was schlimmeres sein, denn Dein "Ich habe dann trotzdem weitergemacht," könnte ein kleines Wehwehchen massiv verstärkt haben.

Gute Besserung.

Wanderer82 hat gesagt: RE:
Gesendet am 8. Juni 2018 um 10:19
Hallo Kopfsalat

Was stellst du dir unter "was schlimmeres" so vor? Ich hatte vor etwa 6 Jahren mal einen Bandscheibenvorfall im untersten Lendenwirbel, den ich mit Chiropraktik behandeln liess (glaube zwar nicht wirklich dran). Da spürte ich es aber im linken Bein, ich kenne den Bandscheibenschmerz, der übers Gesäss bis in den Fuss runterzieht. An sowas glaube ich eher nicht, obwohl ich den Bandscheibenvorfall immer noch phasenweise, aber doch sehr selten, spüre. Weg geht so ein Vorfall ja meistens sowieso nie mehr ganz. Aber diesmal spüre ich den Schmerz schon deutlicher im Knochen / irgendwo im Gelenk. Klar kann das immer von verschiedensten Ursachen herrühren.

Bis anhin hatte ich aber an diesem Ort kein "Wehwehchen", das sich jetzt verstärkt hätte. Ich glaube langsam eher an den Auslöser "Übertreiben von Bergauf innert kürzester Zeit", da es dort das erste Mal auftrat.

Ich habe momentan keinen Hausarzt, werde mich aber wohl zum Arzt bemühen müssen, sollte ein neuerlicher Versuch des Schonens über 2-3 Wochen nichts bringen.

Wanderer82 hat gesagt:
Gesendet am 19. August 2018 um 18:44
Wollte mich nochmal melden: Meine Probleme mit den Schmerzen sind momentan weg. Habe nun schon einige Touren gemacht mit 1000+ Höhenmetern, teils auch deutlich mehr (über 2 Tage). Anfänglich hab ich es mit der Zeit noch ganz leicht gespürt, aber jetzt scheint es komplett weg zu sein.


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