Aletschhorn Haslerrippe im Sommer


Publiziert von Sarmiento, 15. Mai 2018 um 10:39. Diese Seite wurde 475 mal angezeigt.

Hi!

Kurze Frage an die etwas eingefleischteren 4000er-Kenner: Ich lese fast nur Berichte über die Begehung der Haslerrippe im Winter als Skitour, wenig bis gar nichts über Begehungen im Sommer. Dabei erscheint mir die Route objektiv sicher (Gratroute - wenn auch nur schwach ausgeprägt, eher nordseitig ausgerichtet, übersichtliches Gelände).
Gibt es spezielle Gründe, die ich eventuell nicht kenne, warum das nicht wirklich im Sommer gemacht wird? Oder kann man es getrost angehen? Und es wird bloß seltener gemacht, weil die Wege weiter sind (selbst das sehe ich eigentlich nicht so, sofern man rückseitig aufs Mittelaletschbiwak absteigt)? Oder ist es im Sommer einfach nur ein "langweiliger" Anstieg?
Okay, das waren jetzt zugegebenermaßen 3 Fragen. ;-)
Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen!

Grüße aus dem Elbsandstein!

Bernhard



Kommentare (5)


Kommentar hinzufügen

Alpin_Rise hat gesagt: Ausaperung im Sommer
Gesendet am 15. Mai 2018 um 13:38
Da die Rippe wie andere Nordwand-Klassiker im Verlauf des Sommers zunehmend ausapert sind dürfte die Haslerrippe nicht mehr attraktiv oder gar gefährlich sein, so schreibt z.B. der SAC-Auswahlführer Berner Alpen:
"Früher klassischer Anstieg mit klarer Linienführung. Durchschnittliche Neigung ca. 45°. Die Rippe ist in den letzten Jahren zunehmend felsig geworden. Bei Blankeis, starker Ausaperung oder Weichschnee heikel, der Umweg über das Dreieckhorn kann bei ungünstigen Verhältnissen besser sein."

Es gibt in diesem Schwierigkeitsgrad sicher schönere Klettereien im Gebiet. Und ohne epische Zu- und Abstiege.
Wenn du Firnaufstiege magst, kannst du im Juni/Anfang Juli wohl noch auf gute Verhältnisse zählen.

G, Rise

Sarmiento hat gesagt: RE:Ausaperung im Sommer
Gesendet am 15. Mai 2018 um 14:17
Danke dir für den Hinweis! Das stimmt wohl, die Ausaperung habe ich unterschätzt - so hochgelegen ist die Rippe ja gar nicht. Schade natürlich.

Leider habe ich den SAC-Füher (bisher) nicht. Sagt der eventuell auch, wie man aus Richtung Konkordiaplatz am besten das Dreieckhorn angeht? Ich sehe da die N-Rippe mit vielen Absätzen, und den östlichen Hängegletscher - beides erscheint mir aber irgendwie nicht ganz koscher.

Sorry, falls ich vielleicht ein paar blöde Fragen stelle. Für mich ist das schwer zu beurteilen, so aus der Ferne, und auch ohne Gebietskenner, die solche Anstiege kennen bzw. einschätzen können. Ich bin da leider auf "Insiderwissen" angewiesen.

LG, Bernhard

Alpin_Rise hat gesagt: Dreieckhorn
Gesendet am 15. Mai 2018 um 15:26
Durch die Ostflanke und über den Nordostgrat

"Normalanstieg von der Konkordiahütte her, heute sehr selten begangen. Die Spaltenzone zwischen 3200 m und 3400 m kann schwierig und der Bergschrund unter den Gipfelfelsen bei starker Ausaperung unüberwindbar sein."

Auch die anderen Routen tönen nicht attraktiver.
Die Gegend ist für mich lohnender mit Ski.

G, Rise

Sarmiento hat gesagt: RE:Dreieckhorn
Gesendet am 15. Mai 2018 um 16:44
Besten Dank, Alpin_Rise! Das hilft mir enorm!
Nett klingt zwar in der Tat anders. Wir werden es trotzdem mal im Auge behalten, da wir eigentlich ein Faible für die wenig begangen Touren haben - solange sie objektiv einigermaßen sicher sind.

Alpin_Rise hat gesagt: RE:Dreieckhorn
Gesendet am 15. Mai 2018 um 17:28
Dann kann ich dir diesen Führer wärmstens empfehlen. Eine Fundgrube für einsame, wilde Touren.

G, Rise


Kommentar hinzufügen»