Human Powered Touren?


Publiziert von bartli, 10. Juni 2016 um 16:39. Diese Seite wurde 1072 mal angezeigt.

Gibt es eigentlich noch jemanden der Human Powered Touren mach? Ich meine vor der Haustür per Velo los und alles mit Muskelkraft bis zum Gipfel.
Wenn ja, dann würde ich mich freuen wenn ich mal mitkommen dürfte. Ideal wäre für mich ein Start von Zürich aus, aber ich kann auch woanders hinkommen.

Ausser dem persönlichen Interesse und dem Reiz an der sportlichen Herausforderung gibt es noch eine zusätzliche Motivation: Beim SAC Uto gibt es eine Gruppe von Mitgliedern die sich damit beschäftigen wie wir unseren Sport umweltfreundlicher machen können. Zumindest wenn es ums Klima geht ist die Anreise wohl mit Abstand der gewichtigste Faktor und Human Powered Touren kommen ohne Emmissionen aus (wenn man mal die zätzlich verbrannten Kalorien, Pneuabrieb und Kettenöl vernachlässigt). Daher wäre es super wenn man Human Powered Touren als besondere Herausforderung etablieren könnte - anstatt nach Japan zu jetten für den perfekten Powder oder als alternative zu Material- und Logistikschlachten à la Patrouille de Glacier.



Kommentare (11)


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tricky Pro hat gesagt: sehr gut
Gesendet am 10. Juni 2016 um 19:06
Salü bartli
Deine Einstellung gefällt mir. Die meisten meiner Touren sind Human Powered. Sehe denn sinn nicht, Stunden im Auto zu sitzen um in die Berge zu kommen, wenn das gute doch so nahe ist. Ich habe den Vorteil das ich rund um mir schon viele Bergziele habe. Aber vielleicht ergibt sich da mal was.
Gruss

alpensucht hat gesagt: RE:sehr gut
Gesendet am 11. Juni 2016 um 23:51
Dafür muss das Gute aber auch einigermaßen nahe sein... Sagt ein Berliner ;) Vielleicht findet sich auch mal jemand in meiner Nähe, der mit Fahrrad mit mir losfährt, um dann nach rund einer Woche erst die erste Bergtour zu machen. Ihr Schweizer habt's schon gut!
Grundsätzlich mag ich diesen Ansatz auch am meisten und nutze dennoch oft PKW, Meinfernbus oder Bahn - fast 700km halt. Gruß

kopfsalat Pro hat gesagt:
Gesendet am 12. Juni 2016 um 00:26
Grundsätzlich sicher ein interessanter Ansatz. Setzt aber voraus, dass man viel, viel Zeit hat, denn nur schon von der Nordwestschweiz aus würde man für eine Bergtour in den Alpen mindestens drei, vier Tage benötigen.

Ein weiterer Nachteil, man wäre so inflexibel, wie mit dem Auto, denn man müsste immer wieder zum Startpunkt zurückkehren, somit wären z.B. Passwanderungen von einem Tal ins nächste mit viel zusätzlichem Aufwand verbunden.

Da ich/wir aber kein Auto besitzen, ist unsere Ökobilanz im täglichen Leben so gut, dass wir uns problemlos auch mal einen Flug leisten können, um z.B. eine mehrwöchige Tour durch die Pyrenäen machen zu können. (Für die man rein "human-powered" wohl mindestens ein halbe Jahr einplanen müsste ...)

Last but not least, wie wäre es, wenn Du uns mal ein paar Deiner HP-Touren vorstellen würdest?

herbert45 hat gesagt:
Gesendet am 12. Juni 2016 um 02:00
Die Anreise für Bergtouren aus eigener Kraft zu leisten ist ein extrem aufwändiger und mühsamer Paradigmenwechsel. Meine Haustour liegt 7 km entfernt, und selbst da mache ich die Anreise fast immer mit dem Auto. Meine sonstigen Touren sind meist 20 - 100 km weg. 25 km bin ich einmal mit dem Fahrrad angereist. Nach einer Tour von 1400 hm noch 25 km heimradeln zieht sich auch.

Ich finde das Konzept wertvoll. Die Frage nach der eigenen Verwantwortung stellt sich wenn man tonnenweise Sprit verfährt zum Vergnügen und sonst zu nichts.

Mir ist die Anreise mit dem Auto und der Zustieg im Wald leidig, im Kar, im Fels, am Grat sein, deswegen mache ich das. Außerdem sammele ich Gipfelbesuche.

Es liegt auf der Hand dass bei reiner eine Anreise mit dem Fahrrad hier einen absolut dramatischen Verlust an Begehungszahlen bedeutet.

Auch mal schöne Ziele in der Nähe wiederholen anstatt immer nur neue Sachen zu machen mache ich auch so. Wäre sonst ja komplett manisch.

amphibol hat gesagt: bei aller Liebe zu den Bergen..
Gesendet am 12. Juni 2016 um 12:04
Ich habe selber kein Auto, wenn ich in den nahe gelegenen Bergen unterwegs bin, nehme ich immer das Fahrrad (z.B. Niesen, Niederhorn, Stockhornkette).

Für weitere Unterfangen, muss der ÖV aushelfen.

Jeden freien Tag mit dem Auto zu Berge zu fahren hat meiner Meinung nach nichts mit Liebe zu den Bergen zu tun. Sucht danach hin oder her, denn wer etwas liebt, zerstört es doch nicht gleichzeitig?

Autofahren und Berge ist für mich absolut nicht vereinbar. Es zeigt die paradoxe Dummheit der Menschen in der Sache Nachhaltigkeit erst richtig auf, irgendwie. Güter die auf Kosten anderer konsumiert werden, sind so oder so suspekt und deren Konsum sollte vermieden werden.

Tönt vielleicht hart, aber ich stehe zu diesem Standpunkt.

markus1982 hat gesagt: RE:bei aller Liebe zu den Bergen..
Gesendet am 15. Juni 2016 um 17:07
Wenn du das Dummheit nennst, dass ist das ganz schön undifferenziert.
Was hat man Klimatechnisch gewonnen, wenn man by human power in die Berge geht, aber in seinem restlichen Alltag einen katastrophalen klimatischen Fußabdruck hinterlässt.
Ich bin der Meinung, wenn man sein Auto im Alltag stehen lässt (die erste km sind eh die schädlichsten), regional und saisonbedingt sein Essen bezieht, Fleischkonsum reduziert, Wäsche nicht in den Trockner wirf, ... dann darf man auch die ein oder andere Tour mit dem Auto durchführen.
Und wenn man mal schaut wo du schon überall deine Touren durchgeführt hast, dann ist deine Aussage einfach nur DUMM! Also einfach mal an die eigene Nase fassen...

amphibol hat gesagt: RE:bei aller Liebe zu den Bergen..
Gesendet am 15. Juni 2016 um 22:25
Danke Markus, aber sorry.. Deine Aussagen sind mindestens so undifferenziert, wie du mir dasselbe vorwirfst. Anscheinend habe ich dich mit meiner Aussage irgendwie getroffen. Und das ist schon mal gut so. Denn dann hat es gewirkt.

Ich sage nicht, dass ich nicht auch zur anthropogenen Klimaveränderung beitrage. Aber wenn du das Autofahren so verteidigst, so musst du aber auch die deinigen Effekte als eventueller Autobesitzer berücksichtigen. Was meinst du eigentlich, wieviel CO2 (u.a.) darin steckt, zB ein Auto zu produzieren, ganz zu schweigen von der Entwicklung, Rohstoffgewinnung bzw. Treibstoffgewinnung, Gesundheitsschädigung von Dritten... etc.? Dies nennt man im übrigen externe Effekte..

Für mich ist halt paradox, und ich wiederhole mich - das scheinst du ja auch noch zu überlesen haben - wenn man ständig mit dem Auto in die Berge fährt. Und das grosse Paradoxon ist halt, dass der Autoeffekt nicht mit demjenigen des Fliegens verglichen werden kann (im übrigen fliege ich nicht so viel, wie das aus meinen Berichten den Anschein machen könnte), denn der Besitz eines Autos und das Autofahren selber ist so ubiquitär geworden, dass der Konsum desselben ein massiv grösseres Problem darstellt, als das zwar noch viel umweltbelastendere Fliegen. Eine Begründung dafür ist, dass ein durchschnittlicher Deutscher zum Beispiel alle 5.1 Jahre sein Auto wechselt. Das bedeutet (wenn man angenommen zwischen 18 und 65) Auto fährt, fast 10 Autos kauft in seinem Leben * Anzahl Einwohner! Stell dir vor, da kannst du noch so manchen Flieger fliegen lassen nur um die negativen Produktionsoutputs zu kompensieren...

Ich gebe dir recht, das man mit dem Konsum der Güter, sehr sorgfältig umgehen muss, denn das kann den CO2 Haushalt massiv erhöhen. Aber es ist nicht in Ordnung, damit das Autofahren, oder vielmehr das exzessive Autofahren zu legitimieren...

Gerade dorthin, wo die Klimaveränderung am unmittelbarsten eintritt und gerade dorthin wo sie mittelfristig zu grossen Problemen führen wird, die sich dann auf einen grossen Teil der Menschen auch in Europa auswirken werden. Diese zu erkennen bist du mutmasslicherweise nicht mächtig, was ich deinem Kommentar entnehme, denn die werden dramatisch sein. Denke zum Beispiel nur mal an Klimaflüchtlinge in der Zukunft, vielleicht gehörst dann du zu dieser Gruppe und musst irgendwo um Asyl bitten?

Im übrigen waren fast alle meiner Flugreisen mit einem sozialen Beitrag oder mit einer CO2 Kompensation verbunden. Ob's in der Realität wiederum einen Nutzen im Sinne der CO2 Einschränkung erbracht hat, das sei dahin gestellt. Aber immerhin..

Anscheinend hast du den selben Jahrgang wie ich, nur schade, setzte du dich nicht mindestens für ähnliche Ideologie ein.

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:bei aller Liebe zu den Bergen..
Gesendet am 16. Juni 2016 um 09:46
> Und wenn man mal schaut wo du schon überall deine Touren durchgeführt hast,

wenigstens kann man das bei amphibol machen, während man bei dir (wie bei so einigen kommentarschreibern) vergeblich nach auch nur einem einzigen tourenbeitrag sucht und dies obwohl du nun schon ein paar jahre bei hikr angemeldet bist.

Schneemann hat gesagt: Heckmair
Gesendet am 12. Juni 2016 um 13:27
Inspirationen zu solchen Touren von Züri aus findest du auf hikr auch unterm Stichwort "Heckmair" Touren. Darunter einige extrem beeindruckende Ausdauerleistungen (wie zb der Dom).

Ich find die Einstellung super und unterstützenswert. Ich selbst versuche zumindest im nahegelegenen Alpstein öfters mal mit dem Velo unterwegs zu sein. Allerdings finde ich es konditionell schon extrem herrausfordernd. Nach einer langen Tour, bei der man erschöpft im Tal wieder ankommt, dann nochmal 20km mit mehreren hundert Höhenmetern anzuhängen benötigt schon etwas Masochismus...

Wers aber mal selbst versucht hat, der weiss erst was die frühen Alpenpioniere tatsächlich geleistet haben, die nicht selten mit dem Velo aus dem Flachland selbst angereist sind (zB eben Heckmair oder viele andere).

bartli hat gesagt: Human Powered
Gesendet am 13. Juni 2016 um 22:17
Das Thema scheint zu beschäftigen, so viel Echo freut mich! Und ich finde es wichtig, dass wir uns über die Spuren Gedanken machen welche wir bei der Ausübung unsers Hobbies in der Natur hinterlassen.
Ich muss klarstellen: Es geht mir nicht darum alle die nicht aus eigener Kraft anreisen zu verurteilen. Gott bewahre! Auch ich schätze die Dienste des ÖV dafür und manchmal nutze ich auch Mobility für Touren die sonst nur schwer möglich sind. Nur reizt mich die besondere Herausforderung mal eine Human Powered Tour zu machen - bisher habe ich noch keine gemacht. Daher suche ich jemanden dem ich mich anschliessen könnte.
Die Berichte von Beats Heckmair-Toruen habe ich gelesen. Allerdings musste ich hier (http://www.hikr.org/post9101.html) erfahren, dass Beat inzwischen auf einer Tour verunglückt ist - ein Grund mehr mich nicht alleine an ein solches Vorhaben heran zu wagen.
PS: Dass es mit Muskelkraft mehr Zeit braucht stimmt wohl, aber damit wird die Anreise Teil des Erlebnisses - Kürzlich bin ich mit dem Velo von Zürich nach Finale Ligure gefahren und die Anreise ist mir in mindest ebensoguter Erinnerung wie das Klettern selber (zurück haben wir allerdings den Zug genommen).

Zaza hat gesagt: RE:Human Powered
Gesendet am 16. Juni 2016 um 13:53
Beat hatte damals ein kleines Netzwerk von Gleichgesinnten, mit denen er jeweils von Züri aus losfuhr. Einer davon hiess Cesco. Vielleicht ist er über Google zu finden, oder über frühere Einträge auf Gipfelbuch.ch. Es ist ja möglich, dass er für solche Aktionen immer noch zu haben ist...


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