iNeverSolo


Publiziert von Stijn, 16. Mai 2016 um 22:59. Diese Seite wurde 1916 mal angezeigt.

"Bei Solo-Touren sollst du immer jemandem sagen wo du hingehst," so heisst es doch immer. Aber machen wir das auch? Ich bisher nicht immer, muss ich zugeben. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Ich bin Alleinwohnend, meine Familie ist im Ausland, es ist nicht so klar wem ich bei einer spontane Tour Bescheid geben soll. Dazu möchte ich meinen Verwandten und Kollegen ja nicht beunruhigen mit "Informationen für den Notfall" wenn ja noch gar nichts passiert ist.
 
Deshalb bin ich schon länger auf der Suche nach einer Website oder App welche meine Kontaktpersonen automatisch warnt wenn ich mich nicht rechtzeitig zurückmelde von einer Tour. Fast alle gängige "personal safety apps" setzen aber voll auf GPS und Datenverbindung am Handy, Genau was man in den Bergen nicht hat, oder lieber deaktiviert um Akku zu sparen.
 
Jetzt bin ich aber endlich fündig geworden. https://www.ineversolo.com/ ist die Website. Man kann einen "Plan" mit gewisse Infos (Routebeschriebung usw.) und eine Ablaufzeit definieren, Wenn du dich nicht zurückmeldest bis an der Ablaufzeit, schickt iNeverSolo dir zuerst noch eine Erinnerung, danach werden deine Kontaktpersonen gewarnt per SMS und Email. Im diesem Email stehen die Infos von deinem Plan, und wird gebeten nochmals zu versuchen dich zu erreichen und, wenn das nicht klappt, die Rettung zu alarmieren.
 
Apps für iPhone und Android gibt es auch, aber wenigstens der Android App ist noch eine grosse Baustelle. Die iNeverSolo Website hat auch noch einige kleine Defekte, aber die Grundfunktionalität läuft gut. Das Interface ist leider nur auf English, aber die SMS-dienst funktioniert weltweit, auch z.B. mit Schweizer Natel-Nummer (ich habe schon mehrere tests gemacht). Und das ganze ist gratis :). Ich habe den Besitzer von iNeverSolo schon mal kontaktiert mit meinem Feedback, und er hat mir versichert dass das Projekt noch immer unterhalten wird, zwar mit beschränkte Geldmittel.
 
(https://www.hikeralert.com/ scheint eine ähnliche Website zu sein, aber da traf ich schon auf technische Probleme bei der Registrierung, und ich hatte bisher keine Antwort auf meine Kontaktaufnahme...)
 
Ich hoffe, diese Diest interessiert noch einige weitere Alleingänger hier auf Hikr. Sonst bin ich auf gespannt auf eure Meinungen zum Thema. Was würde bei euch passieren wenn ihr nicht zurückkehrt von einer Solo-Tour? Kennt ihr noch ähnliche Angebote wie iNeverSolo oder habt ihr sonst noch Tipps?



Kommentare (13)


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herbert45 hat gesagt:
Gesendet am 16. Mai 2016 um 23:26
"Was würde bei euch passieren wenn ihr nicht zurückkehrt von einer Solo-Tour?"

Ich denke bis man mein Auto findet hätten die Geier, Füchse und Wölfe meine Reste schon halb aufgefressen.

Eigentlich finde ich den Gedanken ganz angenehm, dass mein von Geiern abgenagtes Gerippe in der Sonne bleicht und in 10, 20 Jahren mal eine perfektes Fotomotiv in der Bergidylle abgibt.

Eigentlich sollte man auch immer jemandem bescheid sagen, wenn und wo man alleine Einkaufen, Spazieren oder ins Kino geht, es kann ja auch sein dass man da überfallen und halb totgeschlagen wird, oder entführt und als Organspender verkauft, etc.

Chrichen Pro hat gesagt:
Gesendet am 17. Mai 2016 um 08:04
Das scheint mir eine sehr gute Idee zu sein. Mit den stark technik-abhängigen Notfall Apps (GPS, Handynetz, Akku, noch funktionierendes Handy usw.) kann ich auch nicht so viel anfangen.

Auf durchaus berechtigtes Drängen meiner Frau informiere ich sie immer recht genau wo ich hingehe. Meistens sende ich ihr während der Anreise im Zug eine kurze Nachricht mit den wichtigsten Wegpunkten der geplanten Route. Eventuelle Optionen und Varianten füge ich ebenfalls bei. Dabei kann ich die Route nochmals auf der Karte in aller Ruhe durchgehen.

Auf Tour schreibe ich dann sogar manchmal, wo ich gerade bin, oder schicke ein Foto (z.B. auf dem Gipfel), je nach Lust und Laune. Meine Frau weiss, dass es nicht überall Handyempfang gibt und dass ich mich auch mal erst wieder auf dem Heimweg melde.

Alles in allem hoffe ich, dass dadurch im Notfall - der hoffentlich nie eintreffen wird - der Aufwand für eine Suche minimal gehalten werden kann. Das ist sicherlich für alle Parteien von Vorteil. Es macht durchaus Spass ein wenig "in Kontakt zu bleiben", wobei es auch nicht gerade zum Zwang werden soll. Natürlich kann man das Handy voll und ganz vom Berg verbannen für ein noch intensiveres Naturerlebnis, aber so eng sehe ich das eigentlich nicht.

countryboy Pro hat gesagt:
Gesendet am 17. Mai 2016 um 08:12
Bei Solotouren plane ich eigentlich immer eine Route und lass die wichtigsten Infos und Kartenausschnitt per Kurznachricht an Familienmitglieder zukommen. Unterwegs 2 bis 3 SMS über Zwischenstand oder bei Routenänderungen und bei Zielankunft beim Auto oder ÖV-Station. Mit diesem "Zusatzaufwand" kann ich gut leben ...und vielleicht innert 24h auf Rettung hoffen, falls ich mit gebrochenem Bein und Hirnerschütterung irgendwo auf einem Felsvorsprung oder an einer Geröllhalde liege. Wenn's was Schlimmeres ist, dann kommt Hilfe wohl eh zu spät. Aber es lauern ja auch sonst im Leben überall (Todes-)Gefahren, wie herbert45 weiter oben etwas provokant beschreibt...

herbert45 hat gesagt:
Gesendet am 17. Mai 2016 um 16:33
Auf jeden Fall keinen Unfall leichtfertig zu verschulden. Das ist weit mehr als die halbe Miete.

Das nächste ist das was du sagst, wenn man heftig fällt, nützt das alles nicht mehr.

Jedoch ist es dann immer noch besser wenn die Verwandten schnell bescheid wissen, als wenn man noch 10 Tage gesucht werden muss.

Also wenn jemand bescheid weiß, ist auf jeden Fall vernünftig. Ich glaub aber nicht dran, mir sind andere Sachen viel wichtiger, Planung, Obacht.

Stijn hat gesagt: RE:
Gesendet am 17. Mai 2016 um 23:36
Ich finde auch dass man eine Tour (vor allem eine Solo-Tour) am besten plant ohne sich auf irgendwelche Rettungsmöglichkeit zu verlassen.

Es geht aber nicht nur um die eigene Rettung, aber auch darum dass man eine endlose Suchaktion und Unsicherheit bei Verwandten vermeiden kann. Da bin ich ganz mit euch einverstanden.

Gherard Pro hat gesagt:
Gesendet am 17. Mai 2016 um 22:36
Vielen Dank für den Hinweis auf diese Website. Eine prima Idee!

Aber könnte man es nicht noch einfacher machen: Die Information über die Pläne und die Zeitplanung meiner Kontaktperson ohne Vermittlung einer Website geben bzw. schicken. Wo liegt der Nutzen, da noch jemanden dazwischenzuschalten?

Ich mach es mir allerdings noch deutlich schwerer, in dem ich SpotMe nutze. Das Gerät ermittelt die Position und verschickt sie mit einem vorformulierten Kurztext über eine Satelliten-Telefon-Funktion. Bietet mehr Möglichkeiten (mehr Sicherheit), ist allerdings nicht kostenlos.

Stijn hat gesagt: RE:
Gesendet am 17. Mai 2016 um 23:24
Hoi Gherard,
Ich sehe schon ein klarer Vorteil wenn die Kontaktpersonen erst kontaktiert werden wenn auch wirklich etwas nicht stimmt: weniger Sorgen und weniger Aufwand für diese Kontaktpersonen, und eine grossere Chance dass sie im seltenen Notfall auch wirklich schnell reagieren.
LG,
Stijn

Gherard Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 18. Mai 2016 um 15:00
Hallo Stijn,
und wie funktioniert das mit der SMS? Wird die von den USA gesendet? Was kostet dann eine (sehr seltene!) SMS?
Schöne Grüße von Gherard

Stijn hat gesagt: RE:
Gesendet am 18. Mai 2016 um 21:35
Die SMS komt von eine Amerikanische Nummer, aber das Empfangen kostet normal ja nichts.

Ich vermute das iNeverSolo dafür einen Dienst wie Twilio nützt, und da einen kleinen Betrag per SMS zahlt. Wahrscheinlich sind diese Kosten aber klein genug, dass iNeverSolo diese mit Einnahmen von Werbung auf der Website bezahlen kann.

Gherard Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 19. Mai 2016 um 18:36
Inzwischen habe ich iNeverSolo ebenfalls getestet. Es funktioniert sehr gut und schnell. Mit einem Prepaid-Mobiltelefon als Kontaktempfänger auch kostenfrei! Der klare Vorteil - wie du schon geschrieben hast - ist sicher, dass die Kontaktpersonen nur bei einem - hoffentlich sehr seltenen - Ernstfall mit SMS und Email bedacht werden und dann auch nocheinmal erinnert werden.

iuturna hat gesagt:
Gesendet am 8. Januar 2017 um 20:36
Ich habe mir die App Locus heruntergeladen und schicke einem Familienmitglied einen screenshot, wenn ich spontan auf Trampelpfade gehe. Das funktioniert per GPS und braucht nur dann sehr viel Akku, wenn man die Route aufzeichnet. Sonst nicht. Aber vor der Tour eine Nachricht schicken oder mündlich sagen, wo man hingeht, finde ich schon sinnvoll. Schliesslich kann einem das Handy ja den Berg runter fallen.

sniks hat gesagt:
Gesendet am 8. Januar 2017 um 22:08
Finde ich super, dass es so eine Seite gibt. Kann sie zwar momentan nicht öffnen.

Ich bin zwar selten alleine unterwegs. Aber je nach dem wo und wie ich (alleine oder mehrere) dann unterwegs bin, drucke ich immer noch eine Karte mehr aus. Dort zeichne ich den Weg und den Aufenthaltsort ein. Beim Weg gebe ich an ob ich per öv, Auto oder zu Fuss unterwegs bin. Auch ein allfälliger PP zeichne ich ein. Diese Karte lege ich dann zu Hause auf den Tisch.
Wenn ich mit dem Auto gehe hinterlege ich auch dort eine Karte. Am besten mit dem Datum/Zeit wo man zurück sein will. Falls dann das Auto auffällt oder jmd reinschaut sieht man dann die Karte.
Das Handy mit Ortung und Rega App habe ich immer in Reichweite. Aber ob alleine oder auch zu zweit, es gibt im Leben nur eine Garantie, und die liegt 2 Meter unter der Erde. Denn wie oben schon erwähnt, passieren kann immer etwas.

pame hat gesagt:
Gesendet am 14. Januar 2017 um 09:43
Im Prinzip nicht schlecht, aber im Endeffekt würde ich das alles doch nicht machen (aus den oben genannten Gründen). Ausserdem gibt's noch ein grosses Gegenargument: Wenn man jemandem vorher Bescheid sagt, und sinnvollerweise eine Route nennt, ist man natürlich festgelegt. Ich habe schon oft - gerade ausserhalb der Alpen, wo viel weniger Leute unterwegs sind - meine Route unterwegs geändert.



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